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Hier finden Sie Reflexionen, Inspirationen und Anregungen rund um das Thema Achtsamkeit.

Wer ist „man“?

Gepostet von am März 19, 2014 in Achtsamkeit im Alltag, Alle Beiträge | 5 Kommentare

Wer ist „man“?

Vor einigen Tagen hörte ich ein Interview im Radio. Was gesagt wurde, war inhaltlich eigentlich interessant, aber ich merkte, dass ich zunehmend dicht machte und gar nicht mehr zuhören wollte. Ich fragte mich, warum das so ist und nahm dann wahr, dass der Interviewte durchgehend von „man“ sprach. 

„Man muss…“, „… wenn man das so macht…“, „… erkennt man…“, „… macht man doch …“ usw. 

Interessant, dachte ich, wie sehr ich auf Durchzug schaltete, ja, wie unangenehm ich das Zuhören sogar fand. Und ich fragte mich weiter, warum mich dieses „man“ so auf Distanz gehen ließ. 

Ich glaube, weil ich mich zum einen nicht gemeint, nicht wirklich angesprochen fühle, aber vor allem, weil ich nicht fühlen konnte, dass die Person wirklich meint (und lebt?), was sie sagt.

Mich berühren Menschen, die direkt von sich reden. Die sich nicht hinter einem „man“ verstecken, sondern die sich zeigen, mit dem was sie sagen. Natürlich geht man ein Risiko ein, wenn man von sich spricht. Aber nur so kann doch eine echte Begegnung entstehen. Selbst wenn ich nicht alles nachvollziehen kann oder ich auch manches schwierig finde, so sind Menschen, die wirklich von sich reden, für mich immer authentischer als solche, die allgemeine Formulierungen wählen. Ich fühle mich in einem solchen Gespräch ernstgenommen und erkenne, dass dort jemand ist, der bereit ist, sich ein Stück zu zeigen. 

Auch bei Kindern erlebe ich dieses „man“ bei Fragen wie „Wie viel darf man davon essen?“ oder „Darf man sich schon etwas nehmen?“ Ich fand diese Formulierungen zuerst vollkommen skurril, aber wahrscheinlich sind sie nur Ausdruck von Unsicherheit und die Lösung lautet: Wenn „man“ etwas darf, dann darf ich das auch. Wenn „man“ das macht, kann es ja nicht falsch sein. Was „man“ macht, ist richtig. 

Man… Wer ist das?

Wen meinen wir damit? Uns selbst? Andere? Jeden?

Warum fällt es uns oft schwerer, einen Satz in der Ich-Person zu formulieren, als unpersönlich und allgemeingültig? Halten wir unsere persönlichen Erfahrungen und Empfindungen für nicht wert genug, sodass wir sie anonymisieren müssen? Glauben wir, wir können nur sagen, was wir denken oder fühlen, wenn andere  das auch tun? Warum versuchen wir gleichsam unsere Gedanken mit diesem „man“ zu rechtfertigen als würde automatisch falsch sein, was wir für uns formulieren?

Wie nah sind wir uns, wenn wir oft von „man“ reden? Und wie ehrlich? Zu uns und zu anderen? Verstecken wir uns vielleicht hinter diesem „man“, um uns nicht zeigen zu müssen? Was befürchten wir?

Henne oder Ei?

Gepostet von am März 16, 2014 in Achtsamkeit im Alltag, Alle Beiträge | 2 Kommentare

Henne oder Ei?

Als ich das Thema „Achtsamkeit“ für mich entdeckte, dachte ich zunächst, ich muss achtsam sein, um bei mir zu bleiben und wahrzunehmen, was ich brauche, was mir fehlt, was ich tun will und was nicht. Aber immer wieder scheint es mir eher so zu sein, dass ich bei mir sein muss, um achtsam sein zu können.

Was wie ein Wortspiel klingt, ist der Versuch zu verstehen, was es ausmacht, dass mir ein achtsamer Umgang mit mir und damit auch mit anderen gelingt und was mich daran hindert, die Achtsamkeit zu leben, die ich mir wünsche und die ich auch brauche.

Wenn ich davon ausgehe, dass ich achtsam sein muss, um mich in all meinen Facetten, Bedürfnissen und Möglichkeiten wahrzunehmen, könnten mir die bewusste Entscheidung, achtsamer zu sein und auch gezielte Übungen für mehr Achtsamkeit dabei helfen, sie zu erreichen. 

Wenn ich aber nur dann achtsam sein kann, wenn ich bei mir bin, kann ich noch so viel Achtsamkeit anstreben und noch so tolle Übungen machen, es wird nichts helfen, solange ich mich nicht finde. Und da dieser Gedanke sehr viel in mir anklingen lässt an Traurigkeit und Sehnsucht, glaube ich, damit auf dem richtigen Weg zu sein. 

Der erste Schritt könnte also wohl tatsächlich immer der sein, zu erspüren, ob ich gerade da bin oder ob ich mich wieder verloren habe. Verloren durch Erwartungen, Anforderungen, Versprechen, Verlockungen, Ablenkungen oder Überzeugungen oder verloren aus Angst, durch alte Muster oder Deals, die ich eingehe, um etwas zu erreichen oder durch was auch immer.

Tja, und muss ich nicht genau dafür wieder achtsam sein? Achtsam, um wahrnehmen zu können, dass ich fort bin, achtsam, um mich wiederfinden zu können und auch achtsam, um zu merken, dass ich wie da bin …

Frühlingsgefühle

Gepostet von am März 12, 2014 in Achtsamkeit im Alltag, Alle Beiträge | 1 Kommentar

Frühlingsgefühle

Achtsam in diesen Tagen zu sein, heißt für mich mit allen Sinnen den Frühling wahrzunehmen:

Die kleinen grünen Spitzen an den Sträuchern zu entdecken und die Blattknospen an den Bäumen. Den ersten Schmetterling des Jahres gefunden zu haben und die ersten Marienkäfer, die aus dem Winterschlaf erwachen in die Freiheit zu entlassen. Die blühenden Krokusse zu bestaunen und den Bienen an ihren Haselwürsten beim Pollensammeln zuzuschauen. Die Freude zu spüren, dass die Frösche wieder meinen Teich bevölkern und dort Konzerte geben. Die wärmenden Sonnenstrahlen auf meiner Haut zu fühlen und den ganz besondere Geruch dieser Tage einzusaugen. Den Impuls zum Kichern in mir finden und auch meine Müdigkeit anzunehmen, die mich in diesen Tagen oft ganz plötzlich übermannt. Die Tatsache zu bemerken, dass meine Jacke viel zu warm ist für diesen Tag, dass aber der Wind mir noch eine Gänsehaut auf den nackten Armen macht. Zu fühlen, dass ich Lust auf Eis habe und aufs Meer, aufs Wegfahren und Hierbleiben zugleich, weil es überall so schön ist. Zu merken, wie viel lieber ich auf der Terrasse sitzen will als am Schreibtisch und dass ich laufen möchte bis zum Sonnenuntergang. Auch zu bemerken, dass sich meine Füße nach Barfußlaufen sehnen und ich mich nach dem Schwimmen in einem See. Zu hören, wie die Spechte Xylophon in meinen Bäumen spielen und zu beobachten, wie die Hasen auf den Feldern toben. Wahrzunehmen, dass ich wieder freier atmen kann und gar nicht genug davon bekomme, die frische Luft tief durch mich strömen zu lassen. Und zu entdecken, dass überall ein Lächeln wächst – bei mir und auf den Gesichtern der anderen.

Ich bin so dankbar für diesen frühen Frühling, der den milden Winter ablöst, denn mein Winterfell war diesmal viel zu dünn. Ich habe schon so gefroren und mich schon im November nach dem Sommer gesehnt. Und so seufzt meine Seele glücklich auf, wenn ich beim Aufstehen wieder die Sonne scheinen sehe und voller Vorfreude Stiefmütterchen einkaufen fahre. 

Und wie erleben Sie diese Tage? Fühlen Sie mal hinein! 

Zwei Arten Achtsamkeit?

Gepostet von am März 10, 2014 in Achtsamkeit im Alltag, Alle Beiträge | 1 Kommentar

Zwei Arten Achtsamkeit?

Ich stelle fest, dass es (mindestens) zwei Arten Achtsamkeit im Umgang mit mir selbst gibt. 

Da ist einmal das aufmerksame Beobachten: Was tue ich, warum tue ich es und tut mir gut, was ich tue? Wie verhalte ich mich? Wie reagiere ich? Und warum mache ich das genau so? Was sind meine Muster, was meine Fallstricke, was muss ich ändern? 

Diese Art der Selbstreflexion ist hilfreich. Sie ermöglicht es mir, mich aus einer gewissen Distanz selbst zu sehen. Klarer zu sehen und auch zu verstehen. 

Theoretisch jedenfalls. 

Denn ich glaube, dass ich mir manchmal doch ganz schön was vormache mit dieser Art von Achtsamkeit. Echte Achtsamkeit heißt nämlich, mich nicht zu beobachten, sondern ich zu sein. Also in mir, bei mir und durch mich. Nicht Beobachterin, egal wie liebevoll es mir auch gelingt, sondern sondern mitten drin. Betroffen und beteiligt, fühlend und aktiv. 

Ganz sicher gelingen mir mit dieser Art der Achtsamkeit weniger schlaue Reflexionen über mein Tun. Aber wann immer ich es schaffe, wirklich in mir zu sein, nicht daneben, nicht davor, dahinter oder sonstwo, BIN ich. Dann lebe ich. Dann weine und dann lache ich. Dann fluche und dann singe ich. Dann tanze und dann springe ich. Dann bin ich lebendig.  

Ich denke, es ist gut, beide Arten der Achtsamkeit leben zu können. Die erste scheint mir sicherer, aber ohne die zweite bleibe ich, so ahne ich, wohl letztlich außen vor… 

Ein Widerspruch?

Gepostet von am März 7, 2014 in Achtsamkeit im Alltag, Alle Beiträge | 4 Kommentare

Ein Widerspruch?

Vor einigen Tagen schrieb ich über Veränderung und darüber, wie einsam es am Strand sein kann, wenn alle anderen die Wellen des Lebens surfen. Ein stimmiges Bild und gleichzeitig meldete sich etwas in mir zu Wort, das ganz klar sagte: Der Blick aufs Meer kann auch sehr schön sein. 

Nein, ich muss nicht jede Welle surfen wollen, nur um Ja zum Leben zu sagen. Es kann auch wichtig und angemessen sein, am Strand zu bleiben und auf die Wellen zu schauen oder Muscheln zu suchen, eine Sandburg zu bauen oder einfach nur in der Sonne zu liegen.

Was wie ein Widerspruch zu dem zuerst geschriebenen klingen mag, ist für mich einfach nur eine Ergänzung. Ich stelle fest: es gibt kein Entweder-Oder, kein Richtig-oder-Falsch. Veränderungen als Teil des Lebens zu akzeptieren, heißt nicht, dass alles verändert werden muss. Ich spüre den Wert des Bewahrens, das mir so nah ist und mich selbst zu anzunehmen heißt auch, das Bewahrenwollen in mir zu akzeptieren und wertzuschätzen. 

Ich habe schon immer auch mal gerne nur zugeschaut, ohne mitzumachen, genauso wie ich hin und wieder auch gerne mitten drin bin oder gar vorne weg. Auch wenn ich Veränderungen surfen lernen will, will ich auch ich bleiben mit dem, was mich eben ausmacht: mir Dinge erst einmal anzuschauen und mich manchmal auch so zu entscheiden, dass ich gegen den Strom schwimme.

Dem Leben mit offenen Armen zu begegnen, heißt auch, mich selbst zu umarmen. Und wenn ich in dieser Weise bei mir bleibe, spüre ich, kann ich Veränderungen gelassener entgegen schauen. 

Ein Synonym?

Gepostet von am März 4, 2014 in Achtsamkeit im Alltag, Alle Beiträge | 7 Kommentare

Ein Synonym?

Immer mehr ahne ich, dass „Veränderung“ nur ein anderer Begriff für „Leben“ ist …

Von meiner Persönlichkeit her bin ich eine Bewahrerin. Ich kann Dinge schätzen, wie sie sind, sehe einen großen Wert im IST. Und so fällt es mir natürlicherweise recht schwer, die Wankelmütigkeit des Seins hinzunehmen, ja, ich habe sogar oft mit allen Kräften gegen den ständigen Wandel gekämpft.

Da ich inzwischen begriffen habe, dass es ohne Veränderung nicht weitergeht und dass Bestandswahrung über kurz oder lang Stagnation und damit Leblosigkeit bedeutet, übe ich mich also darin, zu akzeptieren, dass Leben und Veränderung Synonyme sind. Dass sie sich beide nicht nur bedingen, sondern dass sie offenbar ein- und dasselbe sind.

Daraus folgt: Wenn ich meine Arme für das Leben öffnen will, muss ich auch Veränderungen mit eben diesen offenen Armen begrüßen. 

Bisher hatte ich oft den Job übernommen, über Vergangenes zu trauern. Während alle anderen ständig in rasantem Tempo und mit kraftvoller Energie fröhlich in alle Richtungen loszuflitzen schienen, blieb ich häufig zurück mit einem sehr schmerzhaften „Aber warum denn nur?“

Immer noch nehme ich viele Veränderungen als schmerzhaft war, spüre den Verlust über das, was geht und nicht wiederkommt. Ich verstehe, dass diese Trauer aus der Art, wie ich liebe, geboren wird, ja, dass mein Schmerz tatsächlich ein Ausdruck meiner Liebe ist. So  kann ich meine Verlustangst und meine Trauer inzwischen anders wertschätzen. Und daneben kann ich heute immer mehr auch die Chancen funkeln sehen, die sich mit Veränderungen auftun und die bunt-lebendige Energie der Hoffnung spüren, die immer davon ausgeht, dass alles gut, ja sogar noch viel besser wird.

Wenn also Veränderung wirklich ein Synonym für Leben ist, dann bin ich mehr als je dazu bereit, Veränderungen surfen zu lernen. Denn nur am Strand zu stehen und aufs Meer zu schauen, kann verdammt einsam sein … 

Sinnlos

Gepostet von am März 2, 2014 in Achtsamkeit im Alltag, Alle Beiträge, Ich mit mir | 5 Kommentare

Sinnlos

Ich gebe es zu, ich liebe Sinn. Sinnvolle Tätigkeiten, sinnvolle Aktionen, sinnvolle Projekte. Sinnvoll im Sinne von zielgerichtet und ergebnisorientiert und produktiv. In der Folge bin ich an Tagen, an denen ich Sinnvolles getan habe, zufriedener als an solchen, an denen mir das nicht gelingt. 

Wie wohl jedem geht es auch mir so, dass ich manchmal zu nichts wirklich aufraffen kann. Dass ich eigentlich nur meine Ruhe haben will, irgendwo rumhängen möchte und schlicht und einfach gar nichts tun will. Ich weiß inzwischen, dass solche Tage wichtig sind. Auszeiten und Erholungspausen. Aber dennoch sind sie schwer auszuhalten für mich. 

Wenn ich achtsam bin, dann setze ich mich an solchen Tagen einfach neben mich, mach‘ mir einen Tee und Musik an und lass‘ mich sein. Oft aber piesacke ich mich an solchen Tagen mit Gedanken, wie:

  • „Du müsstest noch …“ 
  • „Also, wenn du eh nur hier rumhängst, könntest du auch…“
  • „Willst du nicht endlich mal…“ 
  • „Hast du mal dran gedacht, dass du noch …“ 
  • usw.

Und damit setze ich mir lauter Dinge in den Kopf, die ich eigentlich schon längst hätte tun müssen. Das führt dann regelmäßig dazu, dass ich irgendetwas davon tue. Nicht mit dem Herzen und nicht mit Engagement, sondern aus dem Druck heraus, den ich mir selbst mache. Ich tue dann zwar vielleicht etwas Sinnvolles, aber es ist nicht sinnstiftend, weil es gegen das geht, was gut für mich wäre (nämlich z.B. auszuruhen, die Seele baumeln zu lassen o.ä.). Ja, ich bin froh darüber, dass ich es grundsätzlich kann, denn so schaffe ich es, mich aus mich selbst heraus zu motivieren, auch wenn mich hundert andere Dinge locken würden, aber ich bin nicht froh darüber, dass ich immer noch allzu leicht bereit bin, den Drill-Sergant für mich selbst zu spielen. 

Sinnvoll wäre deshalb manchmal, tatsächlich nichts zu tun und genau das zu genießen. 

Hallo, Körper!

Gepostet von am Feb. 27, 2014 in Achtsamkeit im Alltag, Alle Beiträge, Ich mit mir | 8 Kommentare

Hallo, Körper!

Schon seit längerer Zeit nehme ich Signale meines Körper anders wahr, als früher. Früher empfand ich Schmerzen oder Beschwerden als lästig und wollte sie möglichst schnell loswerden. Heute sehe ich sie als eine Möglichkeit, mich achtsam zu fragen, was gerade mit mir ist, wie es mir geht und was ich brauche.

Einmal meine ich damit die eher nahe liegenden Deutungsmöglichkeiten: Wenn ich z.B. Ohrenschmerzen habe, spüre ich nach, ob mein Leben vielleicht gerade zu laut ist oder ich bestimmte Dinge nicht hören will. Wenn ich Bauchschmerzen habe, frage ich mich, was mir schwer im Magen liegt oder was sich nur schwer verdauen lässt.

Darüber hinaus spüre ich aber auch vielschichtiger nach: Warum tut mir das gerade jetzt weh? Warum fühle ich mich genau in diesem Moment so? Was haben meine Symptome, was meine Beschwerden mit mir zu tun, mit meiner Situation, mit meinen aktuellen Themen? Warum werde ich gerade jetzt krank? Warum fühle ich mich gerade jetzt so?

Für manch einen mag das alles vielleicht wie spinnerte Küchenpsychologie klingen. Für mich aber ist das behutsame Deuten meiner Beschwerden ein Weg der Kommunikation mit mir selbst. Jedes Symptom schenkt mir die Möglichkeit, inne zu halten und mich selbst wahrzunehmen. Ich bekomme die Chance, auf mich zu achten, mich ein bisschen besser zu verstehen und herauszufinden, was ich gerade jetzt brauche.

Nur nicht hier…

Gepostet von am Feb. 25, 2014 in Achtsamkeit im Alltag, Alle Beiträge | 3 Kommentare

Nur nicht hier…

Eine Beobachtung auf dem Flughafen vor zwei Tagen: Überall um mich herum Menschen, die auf Displays schauen – auf Handy, Tablets und Laptops. Menschen, die allein waren, aber auch Menschen, die mit anderen dort waren, als Paar und auch in Gruppen. 

Nein, diese Beobachtung ist nicht wirklich neu und doch hatte die Situation eine Qualität, die ich so noch nicht wahrgenommen hatte. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass diese Menschen alle nicht da sein wollten, wo sie gerade waren, also auf dem Flughafen mit ihrem Partner oder mit Freunden bzw. der Familie, sondern dass sie lieber mit anderen kommunizieren wollten, etwas anderes erleben wollten, ja, vielleicht sogar wirklich woanders sein wollten. 

Ein bisschen fühlte ich mich wie in einer Geisterwelt. All diese sichtbaren Menschen schienen nicht wirklich da zu sein, nicht im Hier und Jetzt, sondern irgendwo in der Ferne. Ich glaube, ich hätte dort wilde Tänze aufführen können und kaum jemand hätte es gemerkt. Das war schon ziemlich schräg. 

Was macht das wohl mit uns, wenn wir uns zunehmend per Display in andere Welten und Zeiten flüchten, statt wirklich anwesend zu sein? Wollen wir denn wirklich überall, nur nicht hier sein? 

 

Bezauberndes Leben

Gepostet von am Feb. 22, 2014 in Achtsamkeit im Alltag, Alle Beiträge | 2 Kommentare

Bezauberndes Leben

„Das Leben ist bezaubernd, man muss es nur durch die richtige Brille sehen.“

Alexandre Dumas

Weise Worte, nur wenig praktisch, oder? Denn was ist das denn bitteschön, diese „richtige Brille“?

Wie viele habe ich versucht, die Antwort darauf im Außen zu finden. In Büchern, in Ratschlägen, Tipps und Weisheiten von anderen. Inzwischen aber habe ich die Erfahrung machen können, dass ich, wenn ich mir erlaube, mit meinen eigenen Augen zu schauen und meinem Blick, dem, was ich sehe, zu vertrauen, ich überhaupt erst wirklich sehen KANN.

Natürlich ist nicht alles, was ich sehe schön, aber ja, das Leben ist bezaubernd, wenn man mit einem offenen Herzen und ganz viel Liebe in die Welt schaut. Ich entdecke immer wieder so viel Schönes, kann mich über so viel freuen und finde oft genau da Wunder, wo ich sie am wenigsten erwartet habe. Ich brauche keine Brille, keine richtige und keine falsche, ich brauche mich nur mit meiner Seele, mit dem, was mich ausmacht, sehen zu lassen.

Und Sie?