Hallo, Körper!

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Hallo, Körper!

Schon seit längerer Zeit nehme ich Signale meines Körper anders wahr, als früher. Früher empfand ich Schmerzen oder Beschwerden als lästig und wollte sie möglichst schnell loswerden. Heute sehe ich sie als eine Möglichkeit, mich achtsam zu fragen, was gerade mit mir ist, wie es mir geht und was ich brauche.

Einmal meine ich damit die eher nahe liegenden Deutungsmöglichkeiten: Wenn ich z.B. Ohrenschmerzen habe, spüre ich nach, ob mein Leben vielleicht gerade zu laut ist oder ich bestimmte Dinge nicht hören will. Wenn ich Bauchschmerzen habe, frage ich mich, was mir schwer im Magen liegt oder was sich nur schwer verdauen lässt.

Darüber hinaus spüre ich aber auch vielschichtiger nach: Warum tut mir das gerade jetzt weh? Warum fühle ich mich genau in diesem Moment so? Was haben meine Symptome, was meine Beschwerden mit mir zu tun, mit meiner Situation, mit meinen aktuellen Themen? Warum werde ich gerade jetzt krank? Warum fühle ich mich gerade jetzt so?

Für manch einen mag das alles vielleicht wie spinnerte Küchenpsychologie klingen. Für mich aber ist das behutsame Deuten meiner Beschwerden ein Weg der Kommunikation mit mir selbst. Jedes Symptom schenkt mir die Möglichkeit, inne zu halten und mich selbst wahrzunehmen. Ich bekomme die Chance, auf mich zu achten, mich ein bisschen besser zu verstehen und herauszufinden, was ich gerade jetzt brauche.

8 Kommentare

  1. Liebe Tania, grundsätzlich gebe ich dir recht.
    Aber was soll ich machen, wenn ich morgens mit irrsinnigen Schmerzen in den Beinen aufwache und ich weiß, dass es eben von meinem Bandscheibenvorfall kommt (wie mir der Orthopäde versichert).
    Das heilt leider nicht mehr in meinem Alter (80) und operiert wird auch nicht, will ich auch nicht.
    Sei nicht bös bitte, ich hab ich dich schon verstanden, ich war nur grad so unglücklich.
    Alles Liebe für dich, Hanni

    • Liebe Hanni,
      deine Zeilen berühren mich sehr, weil ich weiss wie schlimm es ist mit Schmerzen zu leben, das raubt den Schlaf und man ist oft damit beschäftigt die Schmerzen loszuwerden. Ich wünsche Dir auf diesem Wege alles liebe und ein schönes Wochenende, Nele.

  2. Liebe Tania,
    das hast Du sehr treffend formuliert. Genau das ist mein Denken seit vielen Jahren, bin jetzt im 62. Lebensjahr. Und doch habe ich seit über einem halben Jahr damit Schwierigkeiten bezüglich Geduld. Meine Fersen schmerzen stark beim Laufen und medizinisch gibt es keinen Befund. Die mögliche Ursache fand ich recht bald: Meine Füsse wollen nicht mehr laufen obwohl ich mich gerne bewege und in der Natur bin, was gibt es anzuschauen – zu ändern – in meinem Leben. Habe inzwischen viele neue Wege in meinem Geist angeschaut, doch fehlt mir der Mut zum Ausstieg total (brutal) ohne zu wissen wie es weitergeht so kurz vor dem Renteneintritt. Ich denke ES wird sich bald zeigen!
    Alles Liebe für Dich und an dieser Stelle vielen Dank für Deine Newsletter, freue mich immer sehr darüber.
    Herzlichst
    Inge

  3. Liebe Tania,

    ich danke dir für deine Offenheit, das habe ich schon einmal geschrieben. Oft habe ich das Gefühl, du schreibst über mich…
    das was sich in mir bewegt oder auch nicht….
    ich finde das sehr schön und es berührt mich sehr, weil ich es kenne!
    Vor allem diese alten Muster können immens stark sein, oh ja!
    Ich dachte oft, wenn ich alleine wäre (ohne Mann und Tochter)
    könnte es einfacher sein, bei mir zu bleiben, meinen Schmerzen morgens
    in der Schulter nachzuspüren, hinzuhören.
    Doch es scheint mir, dann ist es vielleicht noch heftiger, weil es
    ist niemand mehr da, dem ich die Schuld an meinem wie auch immer
    gearteten Unwohlsein geben kann :))
    Auf jeden Fall denke ich, du bist auf einem guten Weg zu dir selbst,
    auch wenn die „Fortschritte“ nicht immer so schnell zu spüren sind,
    schreibe weiter, ich bin sicher, das hilft nicht nur mir, sondern
    auch vielen anderen, die ehrlicher mit sich selbst umgehen möchten.
    Meine Erfahrung ist auch: der Weg über den Körper ist intensiver,
    schmerzvoller und braucht viel mehr Geduld, als wir uns vorstellen…
    Ich wünsche dir weiterhin die Geduld mit dir selbst achtsamer umzugehen.
    Herzlichst
    Monika

  4. Liebe Tania,
    eigentlich haben wir uns ja durch das Schreiben kennenlernen dürfen, daher bin ich etwas unsicher meine Anrede hier (mit Tania) zu starten, da es beim Coaching bislang bei „Sie“ blieb. Nun bin ich doch auch etwas neugierig geworden, und begab mich auf diese Seiten. Bingo – es gibt hier so viele Themen die so identisch mit meiner Historie sind, dass ich doch rasch auch etwas dazu schreiben möchte. Ich bin begeistert und finde diese Seiten wirklich sehr schön gestaltet! Auch ich kenne die Problemchen mit dem Körper sehr gut, habe lange Jahre gebraucht bis ich sie deuten konnte, und noch viele weitere Jahre bis ich gelernt habe etwas zu verändern, mich (also auch meinen Körper) ernst zu nehmen. Heute empfinde ich es als ein Geschenk wenn mein Körper mir seine Grenzen zeigt – schlimm wäre es wenn er dies nicht mehr täte….so habe ich die Möglichkeit etwas zu verändern.
    Ich bin dabei weiter auf mich und meine Bedürfnisse zu achten, es ist nicht immer leicht, aber es lohnt sich diesen Weg zu gehen!
    Ich wünsche auch Dir weiterhin viel Freude mit diesen wunderschönen Seiten, und alles erdenklich Gute auf dem Weg zum achtsamen Ich!
    Ich bin wirklich froh so einen tollen Menschen getroffen zu haben, und freue mich auf das weitere Coaching, von dem ich sehr profitiere!
    Herzliche Grüße
    Tanja

  5. Ein ganz herzliches Dankeschön für all Eure Kommentare, die mich sehr berühren.

    Keine Frage, starke Schmerzen, noch dazu von Dauer, sind grausam. Ich bin sehr dankbar, dass ich das bisher so nicht erleben musste, aber ich kann, denke ich, gut genug nachempfinden, dass das sehr, sehr schlimm sein muss. Ich weiß leider auch nicht, was da helfen kann, aber ich glaube, dass ein Kampf gegen den Schmerz die Sache verstärkt und dass es wohl auch hier darum gehen kann, anzunehmen was ist. Nein, ich mache es mir damit nicht zu leicht, sondern ich folge meinen Erfahrungen. Schmerzen kenne ich auch (wie gesagt, gottseidank nicht in chronischer Form) und ich kann nur sagen, dass ich bisher jeden Kampf gegen den Schmerz verloren habe, dass mich aber eine Annahme und die Auseinandersetzung damit weiter gebracht hat.

    Ich für mich glaube daran, dass Schmerzen Zeichen sind. Zeichen meines Körper, Zeichen meines Ichs, meines Seins. Zeichen, die ich mir gebe. Das gilt für mich gleichermaßen für körperliche als auch seelische Schmerzen. Und diese Zeichen können ganz unterschiedliche Funktionen haben. Sie „nur“ weghaben zu wollen, ist ein verständlicher Wunsch, aber ich für mich weiß inzwischen, dass das nicht funktioniert. Ich versuche also, mich für den Schmerz zu öffnen und hineinzugehen, um ihn besser zu verstehen. Nein, leicht fällt mir das auch nicht, aber es erweist sich, zumindest für mich, als der richtige Weg.

    Euch allen viel Kraft für alle schmerzvolle Phasen und ganz herzliche Grüße,
    Tania

  6. Hallo Tanja,
    es ist das erste Mal, dass ich einen Kommentar aufschreibe, aber heute hast du wirklich meinen „Nerv“ getroffen.
    Achtsamer mit mir umgehen will ich schon lang, sehr lange. Es gelingt mir nicht. Warum nicht? Ich kann mir keine Antwort darauf geben. Mein Körper und auch mein Geist (Kopf) signalisieren mir schon, wann meine Batterie (Leistungskraft, Konzentration …) leer ist. Ich reagiere nur zu spät auf diese Signale (Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Schlappheit). Ich arbeite doch so gerne – leite mit Engagiertheit einen Kindergarten! ………..
    Vor ein paar Tagen habe ich heraus gefunden, wo meine Aufladestation ist. Es ist mein Zuhause und die Kommunikation mit meinem Mann. Und dieses Wissen hift mir, schnell wieder zu Kräften zu kommen. Das reicht aber nicht. Ich meine damit: es gibt Tage, da ist es schon „zu spät“ und ich habe keine Kraft mehr, um mich wieder aufzuladen. Dann hift nur nich schlafen.
    Fazit: so kann es nicht mehr wieter gehen. Ich muß und will es ändern.!!!
    Wie? Mir kommt da gerade so ein Gedanke, der mir gefällt: für die Fastenzeit werde ich mir meinen persönlichen Fahrplan erstellen, den ich einhalten muß, sonst verpasse ich den Anschluß(zug) und kommen verspätet oder gar nicht ans Ziel = meine Lebensbatterie gut zu nähren!!
    …so und jetzt mache ich einen Spaziergang durch den Wald.
    sonnige Grüße
    Petra

  7. Mit einer Krankheit leben

    Ich möchte hier gerne mal vom mir und meiner Krankheit erzählen um eventuell Menschen zu ermutigen die es auch so oder ähnlich geht. Ich bin 30 und hatte inzwischen 4 schwere Bandscheibenvorfälle und mittlerweile auch schon eine daraus folgende Athrose und Wirbelkanalverängung. Nach meinen letzten Bandscheibenvorfall bin ich völlig zusammengebrochen. Hatte keinen Lebensmut mehr und war total depressiv und verzweifelt. Bis ich mir gesagt habe so du muß jetzt was machen du bist zu jung um dein Leben aufzugeben.Du mußt versuchen irgendwie mit der Krankheit zu leben. Als erstes habe ich ganz intensiv angefangen nach Ursachen zu suchen. Mein Heilpraktiker den ich damals aufgesucht habe hat mir sehr dabei geholfen. Ich habe mich und meine Krankheit intensiv studiert und erforscht und bin dadurch automatisch achtsamer geworden.Ich hatte gelesen das Tai Chi eine sehr achtsame Sportart ist die mir bestimmt gut tun würde. Ich habe mich in einer (sehr guten) Tai Chi Schule angemeldet und dort gelernt noch Achtsamer und Körperbewusster zu werden. Ausserdem habe ich dort gelernt LOSZULASSEN und zu entspannen. Und ich habe gelernt meine Krankheit anzunehmen. Sie gehört jetzt zu mir ,sie ist nicht schlecht sie ist nicht gut sie gehört einfach zu mir und zu meinem Leben. Dadurch geht es mir jetzt VIEL VIEL besser. Ich habe trotzdem immer wieder mal Schmerzen und kann viele Sachen nicht machen die ich vielleicht machen würde . Aber wenn ich mich darüber ärgere und verzweifle bringt das nichts es wird meistens nur noch schlimmer.Ja, ich werde mein Leben lang Schmerzen haben. Aber durch meine Krankheit habe ich auch viel Gutes gelernt. Auf mich selbst zu achten , körperbewusst zu sein, nicht aufzugeben, loszulassen. Schmerzen annehmen und wahrnehmen statt zu verdrängen . Mir selber Gutes zu tun und noch vieles mehr.

    herzliche Grüße

    Nadine

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