Hier finden Sie Reflexionen, Inspirationen und Anregungen rund um das Thema Achtsamkeit.
Kostenrechnung
Manch einer in meinem Umfeld versteht nicht, warum ich immer wieder in die Tiefe von Themen gehe, warum ich mich durch sämtliche meiner Gefühle bohre und immer noch eine Schicht mehr zu ergründen versuche. Manch einer versteht auch nicht, warum ich auch Traurigkeit leben will und Schmerz und Melancholie, wo es doch so einfach ist, sich abzulenken. Manch einer schüttelt den Kopf, wenn ich sage, dass das Leben für mich ausmacht: zu fühlen in allen Farben und Facetten.
Ja, ich zahle einen Preis für die Tiefe, die ich oft suche. Aber ich bekomme auch sehr, sehr viel dafür. Genauso wie Menschen für die Wahl einer gewissen Oberflächlichkeit einen Preis zahlen. Ich glaube, dass diese Kostenrechnung vielen nicht bewusst ist.
Ich für mich weiß, dass ich nicht auf das verzichten möchte, was ich bekomme, wenn ich mich all dem in mir stelle, wovor viele andere bei sich zurückschrecken und flüchten. Ich möchte die Tiefe nicht missen, da sie mir auf der anderen Seite Höhe (oder Breite) schenkt. Ich habe mich über viele Jahre entschieden, den Regler für die Intensität meiner Wahrnehmung nur in der Mitte stehen zu lassen. Ganz heimlich habe ich ihn mal aufgedreht, wenn ich allein für mich war, aber gelebt habe ich in einem überschaubaren Mittel. Dafür musste ich mich von ganz vielem in mir abschneiden. Von dem, was mich ausmacht und vor allem von dem, was das Leben für mich ausmacht. Das war ein für mich verdammt hoher Preis.
Heute werde ich mutiger, den Intensitätsregler immer öfter weiter zu stellen, die Amplitude meiner Empfindungen zu vergrößern, also mehr zuzulassen und mich immer mehr einzulassen. Der Preis dafür sind emotionale Achterbahnfahrten, von denen mach einer denkt: Warum tut sie sich das an?
Aber wissen Sie was? Ich weiß genau, warum!
Gut für mich?
Was ist gut für mich? Eine, wie ich finde große, vielschichtige und alles andere als leicht zu beantwortende Frage! Dennoch gab es, so lange ich denken kann, um mich herum immer Menschen, die mir – oft auch ungefragt – genau sagten, was gut für mich ist, was ich tun oder lassen soll, wie es mir besser gehen würde (davon ausgehend, dass es mir schlecht geht) usw.
Langsam lerne ich zu unterscheiden zwischen dem,
- was andere als „gut für mich“ halten, was aber eigentlich vor allem mit ihnen selbst zu tun hat, und
- Anregungen, die wirklich für mich geeignet sind.
Der Unterschied ist, wenn ich achtsam bin, sehr deutlich spürbar:
Beim ersteren fühle ich mich gepusht, beeinflusst, ja, auch bedrängt. Ich scheine in diesem Szenario irgendwie „falsch“ zu sein und mir wird etwas aufgedrängt, durch das ich anders werden soll. Ich sehe mich mit Rat, Angeboten und Geschenken konfrontiert, die ich gar nicht will, aber oft auch nicht ablehnen mag, weil ich mir undankbar vorkomme. Mir werden Dinge abgenommen, die ich gerne selbst entscheiden will. Und es werden dabei Grenzen überschritten, ohne zu fragen, ob das eigentlich ok für mich ist. All diese Ratschläge setzen interessanterweise immer bei mir an und mir wird klar, dass sie ihren Ratgebern ermöglichen, nicht bei sich selbst schauen oder nachfühlen zu müssen.
Die andere Art von Hinweisen ist hingegen oft gar nicht als Rat erkennbar. Es sind kleine Denkanstöße und vielleicht ist es auch mal eine behutsame Frage. Wenn überhaupt, denn oft kommt nicht einmal das. Statt dessen hört man mir zu und ich spüre das Vertrauen in mich, dass ich meinen Weg gehe, dass ich die richtigen Entscheidungen aus mir heraus treffe und dass ich wissen oder zumindest herausfinden werde, was gut für mich ist. Ich werde hier nicht in meinen Entscheidungen und auch nicht als Mensch in Frage gestellt und mir wird nicht das Gefühl gegeben, irgendwie unfähig zu sein, im Gegenteil: ich fühle mich respektiert und geachtet. Und so empfinde ich diese Hinweise nicht als Ein- oder Angriff, eher als Anregung oder Inspiration. Und ja, das fühlt sich so viel besser an!
Ich hätte das früher nicht so benennen können, aber mir ist nun klar, warum ich mich eigentlich oft so gerne abgeschottet hätte, wenn andere etwas für mich tun wollten oder mir etwas nahe legten (statt dessen aber dann meist doch getan habe, was man mir riet). Instinktiv spürte ich, was an diesen Taten oder auch dem guten Rat hing: ein mehr oder weniger dezentes „Ändere dich!“ Und mir scheint, dass das in der Summe ziemlich oft mehr aus dem Eigeninteresse der anderen entstammte als wirklich einer Ausrichtung auf mich…
Das zu erkennen, wird meine Reaktionen auf den ach so gut gemeinten Rat anderer etwas verändern, denke ich. Und damit dürfte ich auch den Antworten auf die Frage, was wirklich gut für MICH ist, deutlich näher sein.
Leben!
Ich bin auf die Geschichte einer Frau gestoßen, die mich so tief berührt und bewegt hat, wie nur weniges: und zwar auf die Lebensgeschichte von Flo Fox.
Von Geburt an auf einem Auge blind, die Sehkraft des zweiten Auges durch Multiple Sklerose zerstört, als Jugendliche nicht nur Waise, sondern auch missbraucht, seit vielen Jahren im Rollstuhl sitzend, inzwischen fast komplett gelähmt und auch noch an Lungenkrebs erkrankt, sitzt diese Frau nicht irgendwo in einem Pflegeheim. Nein, Flo Fox fährt in ihrem Rollstuhl unbeirrbar durch die Straßen von New York und macht noch immer eines: Fotos. In diesem Artikel können Sie ihre Geschichte nachlesen oder einen ganz wundervollen, kleinen Doku-Film (von 2013) über sie anschauen (beides auf Englisch).
Was für ein Lebenswille. Was für eine unerschütterliche Kraft. Was für ein ungebrochener Geist.
Ich habe normalerweise ein Problem mit Vorbildern, aber hier schaue ich tatsächlich auf. Schaue auf zu dieser Frau, die sich nicht kleinkriegen lässt, sondern all dem, was ihr das Leben serviert, das offenbar widerstandsfähigstes Ja entgegenruft, das ich mir nur vorstellen kann. Denn ich glaube, nur mit einem solchen Ja lässt sich so leben, wie es Flo Fox tut. Und dieses vorgelebte Ja empfinde ich als unendlich kostbares Geschenk. Es klingt nicht in mir, es tönt kraftvoll. Es nährt. Und es leuchtet.
Und das wollte ich gerne mit Ihnen teilen.
Eine große Frage
Seit einiger Zeit laufe ich sinnbildlich gesprochen immer wieder gegen eine Frage wie gegen eine Wand. Es ist eine Frage, die ich mir vom Kopf her schon oft gestellt und sogar auch schon beantwortet habe. Aber nun will diese Frage neu mit meinem Herzen beantwortet werden.
Diese Frage lautet: „Worum geht es für mich im Leben?“
Oder etwas anders formuliert: „Was macht für mich der Sinn meines Lebens aus?“
Diese Frage türmt sich vor mir auf wie ein riesiger Berg. Es war relativ einfach, sie mit meinem Verstand zu beantworten, denn der hatte einiges dazu parat: Erfolgreich sein, Bücher schreiben, etwas erreichen, Gutes tun, eine funktionierende Beziehung, das Richtige tun, finanzielles Auskommen usw. Vieles davon habe ich geschafft, an manchem bin ich gescheitert, wieder anderes habe ich in verschiedenen Versionen gelebt.
Wenn ich aber nun sagen soll, worum es mir wirklich im Leben geht, tief aus meinem Sein und meiner Seele heraus, dann fängt mein Herz wie wild an zu schlagen und ich tue mich schwer mit dem Atmen. Und ich spüre sehr genau, was das ist: Angst. Mal wieder Angst.
Wovor genau habe ich solche Angst? Vor den Antworten? Vor den Konsequenzen, die diese Antworten hätten? Davor, nie eine Antwort zu finden? Vor noch etwas anderem? Ich weiß es noch nicht. Aber ich bleibe dran, denn diese Frage ist da und lässt sich nicht mehr wegschieben.
Wagen Sie es, sich diese Frage zu stellen und sie von Ihrem tiefsten Sein beantworten zu lassen?
Passt?
„Wer nicht in diese Welt zu passen scheint, ist nahe daran, sich selbst zu finden.“
Hermann Hesse
Dieses Zitat fand ich vor einigen Tagen und irgendwie lässt es mich nicht los. Ich kaue auf diesen Worten herum wie auf einem zähen Kaugummi.
Beim Lesen habe ich sofort innerlich genickt, aber gleichzeitig gedacht, dass das so nicht stimmen kann. Ich kenne das Gefühl, nicht zu passen, sehr gut. Lange genug habe ich versucht, mich passend zu machen. Jetzt, wo ich das nicht mehr will und akzeptiere, scheinbar nicht zu passen, habe ich immer öfter das Gefühl, genau richtig zu sein; also eben doch zu passen.
Kann denn das Gefühl, nicht zu passen, tatsächlich ein Ausdruck davon sein, sich selbst nahe zu sein? Dann wäre ja in jedem Fall etwas falsch: ich oder die Welt. Aber vielleicht ist ja alles genau richtig wie es ist und wir passen jede/r auf unsere Art perfekt?
Vielleicht stimmt für mich eher der Gedanke: Wem egal ist, ob er in diese Welt passt, der ist bei sich selbst? Oder: Wer das Gefühl hat, diese Welt passt genau zu ihm, der hat sich selbst gefunden? Oder: Wer erkennt, dass man selbst und die Welt auf eine ganz eigene Art perfekt zusammenpassen, der ist bei sich selbst?
Ich weiß es noch nicht. Irgendetwas stimmt an dem Ursprungszitat für mich und etwas auch ganz deutlich nicht. Ich werde noch ein bisschen weiter darauf herumkauen.
Mit Ihnen wollte ich es teilen, denn vielleicht lösen diese Worte auch bei Ihnen eine ähnliche Auseinandersetzung mit der Aussage aus?
Schneckenhaus
An manchen Tagen möchte ich mich am liebsten in ein Schneckenhaus verkriechen.
Winzig klein möchte ich mich machen oder am besten sogar unsichtbar. Möchte nicht gesehen werden, nicht entdeckt. Möchte unscheinbar und gut geschützt irgendwo sitzen und mir das Leben aus einem sicheren Abstand anschauen.
Manchmal lässt mir das Leben die Illusion, ich könnte auch mal unbeteiligt sein. Meist aber nicht.
Denn das Leben, so scheint mir, steht nicht auf Zuschauer. Das Leben will aktive Teilnehmer.
Und so finde ich mich oft gerade an diesen Tagen mitten im Rampenlicht oder direkt an der Front. Darüber kann ich dann schimpfen oder klagen oder ich kann mich dem stellen und das Beste draus machen. Zunehmend entscheide ich mich für die zweite Alternative.
Zeitverzögert
Eigentlich bin ich ein schneller Mensch. Schnell im Denken und Tun, schnell in meiner Auffassungsgabe, schnell im Entwickeln von Lösungen oder Ideen. Umso schwieriger ist es da für mich zu akzeptieren, dass ich einem Bereich sehr langsam bin: nämlich zu spüren, was genau in und mit mir los ist.
Immer wieder habe erst viel später, also nach einem Konflikt, nach einer Begegnung oder nach einem Erlebnis, für mich benennen können, wie es mir dabei ging. Wie ich mich fühlte, was in mir vorging und was ich dachte. In der Situation selbst war ich so beschäftigt damit, die Situation zu verstehen und zu händeln und wahrzunehmen, was mit dem anderen (oder auch den anderen, wenn es mehrere waren) los war, als dass ich mir hätte die Zeit und Muße nehmen können, die ich brauche, um mich selbst wahrzunehmen. Das kommt dann oft viel später. Dann, wenn eigentlich alles vorbei ist. Dann erst kann ich für mich analysieren und verstehen. Dann kann ich formulieren, was ich empfunden habe, was ich mir gewünscht hätte, was mir gefehlt hat oder auch was gut für mich war.
Diese Zeitverzögerung macht es nicht leicht. Nicht für die anderen mit mir, weil die z.B. aus allen Wolken fallen, wenn ich etwas noch mal aufrolle, was für sie längst abgeschlossen war, weil mir klar wurde, dass es noch etwas Wichtiges zu sagen gibt. Und auch nicht leicht für mich, weil ich oft das Gefühl habe, den Zug verpasst zu haben. Wie soll ich etwas ansprechen, dass für die anderen vorbei ist? Wie wirkt es, wenn ich nochmal etwas aufbohre, was doch gegessen war? Wie soll es zu verstehen sein, warum ich viel später etwas sage, das von den anderen ganz anders empfunden wurde, weil ich in der betreffende Situation auch tatsächlich ganz andere Signale gegeben habe?
Je bewusster mir wird, dass ich in vielen Situationen, in denen ich Klarheit von mir fordere, eigentlich total verwirrt bin, desto mehr wird es mir vielleicht möglich, das zu kommunizieren. Zu sagen, dass ich gerade nicht wirklich weiß, was ich fühle oder denke und nicht einfach so zu tun, als hätte ich den vollkommenen Durchblick (denn das kann ich gut, diesen Eindruck zu vermitteln).
Um achtsam mit mir zu sein, brauche ich Zeit und Ruhe. Zeit zum Fühlen. Zeit für mich. Und diese Zeit zu bekommen, dafür muss ich sorgen.
Wie ein Lächeln riecht
Ein Lächeln riecht für mich nach Zitronenmelisse. Grün klingt wie Querflötenmusik. Die Entspannung nach einem Saunagang ist sonnengelb. Vanille ist warm. Und der Frühling hört sich nach einem zarten Klingeln an.
Nein, ich schreibe hier gerade keine Zeilen für meine Gedichte, sondern ich nehme tatsächlich vieles mit verschiedenen Sinnen wahr. Ursprünglich dachte ich, das geht jedem so, lernte aber anhand der verunsicherten Gesichtsausdrücke anderer, dass das wohl nicht so ist. Daraufhin behielt ich meine „seltsamen Wahrnehmungen“ für mich.
In der letzten Zeit, in der ich immer öfter bei mir selbst bin, auch wenn ich mit anderen spreche, nehme ich wahr, dass ich sehr viel in Bildern rede. Dass ich Vergleiche nutze, um auszudrücken, was ich meine. Und da greife ich ganz automatisch oft auf meine spezielle Art der Wahrnehmung zurück.
Auch heute werde ich damit nicht immer verstanden, aber ich erlebe andererseits, dass ich andere damit bereichern kann, was mich immer mutiger werden lässt, meine Art der Wahrnehmung nicht zu verstecken, sondern zu fördern. Und ich beginne, immer mehr Spaß an meiner Art der Wahrnehmung zu bekommen, denn es ist so viel Lebendigkeit darin, wenn ich mich nicht bremse.
Für mich haben Gefühle Farben und ich kann jemanden meine Zuneigung in Farben beschreiben. Viele Sachen haben für mich Töne und auch die kann ich immer klarer benennen, je mehr ich das Hören der Dinge zu lasse. Genauso kann ich Musik in Gefühle fassen, in Bilder oder Gerüche. Und noch spannender wird es, die Nuancen wahrzunehmen. Dass die Liebe jedes Mal anders schillert, dass sich die Sonne an verschiedenen Tagen anders anhört und dass ich Töne auch immer wieder anders sehen kann.
Klingt alles ein bisschen verrückt? Ja, mag sein, aber mein Leben ist dadurch sehr bunt und das ist wunderschön! Haben Sie den Mut, auch mal zu schauen, ob Ihnen nicht vielleicht spontan eine Farbe zu einem Gefühl einfällt oder ob Sie genau wissen, wie ein bestimmter Geruch klingt? Vielleicht werden Sie überrascht sein, über das, was Sie da entdecken können.
Hinsehen – wahrnehmen
Ich bin ein Augentier. Sehen ist für mich ein ganz wichtiger Sinn und offenbar nehme ich oft auch mehr oder anders wahr als viele andere.
Neulich habe ich z.B. ein Haus angeschaut, das Freunde von mir gekauft haben. „Entkernt“ ist wohl der Begriff für den Zustand des Hauses – für mich war es regelrecht eine Kunstgalerie! Es gab so viel zu entdecken an den Wänden: Strukturen, Farben, Schattierungen, Mauerwerk, Schmutz, Flecken und sogar alte Malereien. Ich konnte mich gar nicht sattsehen (und natürlich auch kaum aufhören, Fotos zu machen!).
Mir fiel dabei auf, dass mir das ganz oft so geht: Ich kann mich stundenlang einfach nur damit beschäftigen, etwas zu entdecken. Hinzuschauen und wahrzunehmen.
Eigentlich kann ich gar nicht durch die Gegend laufen, ohne etwas zu entdecken. Und das macht mein Leben sehr reich.
Schauen Sie doch mal, was Sie alles wahrnehmen und finden, wenn Sie achtsamer als sonst hinschauen, ich bin mir sicher: sehr viel!
Alles gut?
Es gibt einen Satz, den ich sehr oft zu anderen Menschen sage, und dieser Satz lautet: „Alles gut!“ Ich bin diesem Satz auf der Spur, denn ich ahne, dass ich mich viel zu oft hinter diesen zwei Worten verstecke.
Klar, „Alles gut!“ sage ich dann, wenn wirklich alles gut ist, um eben genau das zu signalisieren.
Aber oft genug sage ich „Alles gut!“, um z.B. jemanden zu beschwichtigen, um zu vermeiden, dass man sich über mich ärgert oder um einen Konflikt zu beenden. Ich sage das auch, um aus einer unangenehmen Stimmung herauszukommen oder um zurückzunehmen, was ich vorgeschlagen habe oder gerne gewollt hätte. Ich sage diesen Satz viel zu oft, um von mir abzulenken, um nicht zu zeigen, wenn mich etwas getroffen oder verletzt hat. Ich sage diesen Satz dann, um selbst nicht reinzuführen, was wirklich los ist.
Ich erkenne, dass dieser kleine Satz wie ein Schild sein kann, das ich vor mir hertrage, und mit dem ich sehr wirkungsvoll Abstand herstellen kann. Abstand zu anderen Menschen und zwischenmenschlichen Kontakten, die schmerzhaft sind oder sein könnten – vor allem aber Abstand zu mir selbst, nach dem Motto: Forsche nicht weiter nach, fühle bloß nicht weiter rein, geh am besten einfach darüber hinweg.
Achten Sie doch vielleicht einmal selbst darauf, ob Sie auch solche Sätze finden, mit denen Sie sich zu entziehen versuchen – Gesprächen, Konflikten, Gefühlen. Ich merke, dass es gut ist, zu durchschauen, was ich da oft ganz unbewusst mache, denn so bekomme ich – bevor die zwei Worte mal wieder so schnell ausgesprochen sind – überhaupt erst eine Chance, einmal ganz bewusst in mich zu fühlen, ob wirklich alles gut ist.