Schneckenhaus

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Schneckenhaus

An manchen Tagen möchte ich mich am liebsten in ein Schneckenhaus verkriechen.

Winzig klein möchte ich mich machen oder am besten sogar unsichtbar. Möchte nicht gesehen werden, nicht entdeckt. Möchte unscheinbar und gut geschützt irgendwo sitzen und mir das Leben aus einem sicheren Abstand anschauen. 

Manchmal lässt mir das Leben die Illusion, ich könnte auch mal unbeteiligt sein. Meist aber nicht.

Denn das Leben, so scheint mir, steht nicht auf Zuschauer. Das Leben will aktive Teilnehmer. 

Und so finde ich mich oft gerade an diesen Tagen mitten im Rampenlicht oder direkt an der Front. Darüber kann ich dann schimpfen oder klagen oder ich kann mich dem stellen und das Beste draus machen. Zunehmend entscheide ich mich für die zweite Alternative. 

3 Kommentare

  1. Liebe Tania,

    bei ihrem Text fällt mir eine Erinnerung aus meiner Kindheit ein:
    Ich war ganz begeistert, wenn ich eine Weinbergschnecke fand.
    Es reizte mich an die „Fühler“- Augen zu tippen, dass sie diese einzog.
    Dann habe ich sie so weiter „traktiert“ ( entschuldige), bis sich die Schnecke vollkommen in ihr Haus zurückzog. Es war für mich ein Wunder, dass diese große Schnecke ganz in ihr kleines Haus passte.
    Sie war dann vor solchen Quälern, wie mich, dann auch sicher. Zufrieden über meinen Erfolg legte ich sie wieder ins Gras.

    Ziehst Du dich in dein Schneckenhaus zurück, weil es dir behaglich ist, oder wie bei meinen Schnecken, es ein sicherer Schutz vor Quälgeistern ist?

    Ich sehe Sie eher so:

    Sie haben gute Sinne und eine gute Seele lässt Sie das Schöne erleben.
    So nehmen viele Menschen anteil daran.

    Aber – sie wissen es ja selbst – seien Sie achtsam auf andere und auf sich!

    Liebe Grüße!

    Klaus

  2. mein schneckenhaus
    ist kalt und leer
    die wände kahl
    den nippes hab ich fortgeräumt
    kein zufallsfund gefühl
    in irgendeiner ecke
    ich horch in mich hinein
    vergebens – nichts

  3. Das Gefühl kenne ich gut: Nur wahrnehmen, beobachten wollen aber am liebsten gar nicht da sein. Manchmal ist es auch gut, für eine gewisse Zeit darin zu versinken. Aber man sollte da auch wieder raus kommen, aus seinem Schneckenhaus. Ist so, wie du schreibst: „Das Leben will aktive Teilnehmer.“

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