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Hier finden Sie Reflexionen, Inspirationen und Anregungen rund um das Thema Achtsamkeit.

Das achtsame Porträt: Die Liebe zur Musik

Gepostet von am Mai 14, 2016 in Alle Beiträge, Das achtsame Porträt | 3 Kommentare

Das achtsame Porträt: Die Liebe zur Musik

Im letzten Monat hatte ich ein ganz wundervolles Shooting mit Nathalie.

Das Fotoshooting bei mir war ein Geburtstagsgeschenk von einer Freundin gewesen, wir kannten uns vorher nicht, sondern hatten nur per Mail Kontakt, um den Termin abzustimmen. Es war sehr berührend für mich, wie sie sich vollkommen darauf einließ,  sich überraschen zu lassen, wer sich alles in ihr zeigen wollte. Als Ergebnis bekamen wir eine Fülle unterschiedlichster Bilder von ihr, die selbst mich überraschte. 

Nathalie hat mir erlaubt, einige meiner Lieblingsbilder von diesem Shooting mit Ihnen zu teilen und ich habe mich für diese Serie entschieden, die Nathalies Liebe zur Musik zeigt und vor allem ihre Hingabe. Das in dieser Form einfangen zu können, macht für mich das aus, was ich achtsame Porträts nenne.  

 

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Achtsame Fotografie macht Gefühle sichtbar

Gepostet von am Mai 11, 2016 in Alle Beiträge, Das achtsame Porträt | Keine Kommentare

Achtsame Fotografie macht Gefühle sichtbar

Welche Fotos berühren uns am meisten? Genau: solche, die uns fühlen lassen! Das gilt für Reportagen wie für Tierbilder, für Reisefotografien und auch für Schnappschüsse.

Immer dann, wenn ein Bild etwas auslöst in uns,  gewinnt es unsere Aufmerksamkeit. Wir schauen wir länger hin und wollen es am liebsten auch anderen zeigen, denn solche Fotos scheinen etwas sichtbar zu machen, wofür Worte oft nicht ausreichen. Das gilt für schöne, aber auch für verstörende Bilder gleichermaßen.

Denken Sie einmal an Fotos von Ihrer Hochzeit, wie stark damit Gefühle verbunden sind – je nach Verlauf Ihres gemeinsamen Weges können das gute oder weniger gute Gefühle sein. Oder nehmen Sie ein Bild von Ihrem Baby, auf dem es z.B. so verletzlich wirkt, dass es Sie zu Tränen rührt. Sie werden es immer und immer wieder angucken und es wird immer wieder diese Gefühle in Ihnen auslösen. Oft sind es auch Fotos von Reisen, die uns später immer wieder fühlen lassen, was wir dort erlebt haben oder Bilder von besonderen Erlebnissen oder Menschen, die wir verloren haben und vieles mehr.

Haben Sie solche Fotos auch von sich selbst? Porträts, die Sie fühlen lassen, was Sie damals fühlten oder durch die Sie Mitgefühl für die Person erleben, die Sie damals waren? Vielleicht dieses eine Jugendfoto, das Sie hüten wie einen kostbaren Schatz, denn dieses Foto lässt Sie Ihre Verliebtheit von damals fühlen? Oder das andere Bild, auf dem Sie so verloren wirken, dass Sie sich am liebsten aus dem Heute heraus damals in den Arm nehmen wollen? Oder das, auf dem Sie so stolz aussehen, weil Sie etwas Großes geleistet haben? 

Es gibt viele Beispiele für solch bewegende Fotos und sie zu haben, ist etwas ganz Kostbares. Denn sie sind mehr als nur Erinnerungen, sie konservieren ein Stück weit unser gelebtes Leben. So, wie wir uns manchmal wünschen, ein Glücksgefühl in kleine Dosen abfüllen zu können, um es später noch einmal erleben zu können, genauso können Fotos von uns wirken, auf denen Gefühle sichtbar werden.

Meist ist es Zufall, dass solche Fotos geschossen werden, eben aus dem Moment heraus. Aber wir können uns auch gezielt auf das faszinierende Abenteuer begeben, mehr solcher Fotos von uns zu haben – und uns selbst und unsere Gefühle auf diese Weise besser kennen zu lernen. Und genau darum geht es, wenn ich hier über achtsame Porträts schreibe und Ihnen Beispiele zeige – es geht darum, Gefühle sicht- und damit fühlbar zu machen – für mich so spannend wie lohnenswert!

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Was ist „Das achtsame Porträt?“

Gepostet von am Mai 11, 2016 in Alle Beiträge, Das achtsame Porträt | Keine Kommentare

Was ist „Das achtsame Porträt?“

Sie haben sich in irgendeiner Weise von dem Begriff „Das achtsame Porträt“ angesprochen gefühlt, sonst wären Sie wahrscheinlich nicht hier auf dieser Seite gelandet (es sei denn, Sie schauen sich einfach gerne an, was ich so mache, darüber freue ich mich natürlich auch!)  – und deshalb möchte ich gerne beschreiben, was ich darunter eigentlich verstehe.

„Das achtsame Porträt“ ist ein Begriff, den ich zuvor so noch nirgendwo gelesen hatte, der sich aber sofort stimmig anfühlte, als ich auszudrücken versuchte, was ich mit meiner Porträt-Fotografie bieten möchte und was sie von anderen Porträtfotografien unterscheidet. 

Wie sehr viele andere auch fotografiere ich leidenschaftlich gern und, keine Frage, es gibt viele Fotografen, die technisch deutlich besser sind als ich und die einen ganz wundervollen Blick haben und fantastische Fotografien erstellen. Ich kann nicht mithalten, wenn es um RAW-Umwandlungen, HDR oder Photoshop geht und es mag sein, dass ich mit keinem meiner Bilder je einen Wettbewerb gewinnen würde.

Dafür kann ich etwas anderes: ich kann achtsam fotografieren. 

Was ich damit meine? Ich lasse mich ganz auf den Menschen ein, der vor mir ist und zwar in seiner Vielfalt. Ich erfühle, was ist und versuche gemeinsam mit dieser Person hinter das bekannte Fotogesicht zu schauen, das jeder von uns hat. Das typische Fotogesicht ist meist nur eine Fassade, nett anzuschauen (denn die meisten wissen, wie sie am besten lächeln oder den Kopf halten sollen), aber beim Anschauen empfinden wir nicht viel.

Stellen Sie sich nun Bilder von sich selbst vor, die Sie tief berühren und bewegen. Bilder, die Ihre Gefühle widerspiegeln, das, was gerade in Ihnen ist und das, was Sie alles sind. Achtsamkeit ist der Schlüssel zu solchen Bildern und schenkt einen Raum, in dem es keine Wertung gibt, kein „hässlich“ oder „misslungen“, sondern in dem alles sein darf, was gerade ist – das Schöne und das Schmerzliche, das Wilde und das Schüchterne, die kindlichen Anteile und die uralten auch. Wenn wir es zulassen, kann unser Gesicht der Spiegel unserer Gefühle sein und es ist eine sehr bewegende Abenteuerreise, verschiedene Facetten des eigenen Seins zu erforschen. 

Das achtsame Porträt macht Teile in uns sichtbar, die wir vielleicht selbst noch nie gesehen, ja, möglicherweise nicht einmal bewusst gespürt haben. Das achtsame Porträt lädt uns ein, uns ganz anders zu zeigen und alles zuzulassen, was gerade da ist. Das achtsame Porträt zeigt uns einen Reichtum in uns, den die wenigsten kennen. 

Achtsamkeit durch Schreiben

Gepostet von am Mai 9, 2016 in Achtsamkeit im Alltag, Alle Beiträge, Ich mit mir | 10 Kommentare

Achtsamkeit durch Schreiben

Seit vielen Jahren arbeite ich nun als Autorin und schreibe Bücher, Kurse und blogge. Schreiben gehört einfach zu meinem Leben dazu. Aber das Schreiben ist für mich nicht nur ein Beruf, es begleitet mich schon seit meiner Kindheit auf meinem ganz persönlichen Weg zu mir selbst und zum Beispiel auch zu mehr Achtsamkeit. 

Schreiben hat ganz viel mit Hin- und Zuwendung zu tun. Je nach Themenstellung kann das zu sich selbst sein, aber auch zu anderen Menschen, mit denen wir gerade zu tun haben oder zu allen möglichen Fragen oder Herausforderungen, die uns in diesem Moment bewegen.

Wir können schreibend unsere eigene Geschichte erforschen und viel über uns erfahren oder ganz neu entdecken. Ich bin fest davon überzeugt: Jedes Leben ist Geschichten wert! Indem wir für uns selbst schreiben, können wir uns auch regelrecht mit uns selbst austauschen. Unsere Texte können auf diese Weise zu einem Dialog mit Anteilen in uns werden, die im Alltag oft zu kurz kommen.

Schreibend können wir auch unsere Gedanken sortieren, die, solange wir sie nur im Kopf bewegen, oft nur in quälende Dauerspiralen münden. Schreibend lässt sich unsere Kreativität ganz spielerisch wecken und ausdrücken und wir können durch das Schreiben unsere ganz eigene Stimme finden.

Schreibend können wir auch mit anderen kommunizieren, ohne dass sie anwesend sein müssen. Wir können uns in Briefen (die wir nie abschicken!) alles von der Seele schreiben oder Fragen stellen und Dinge aussprechen, die wir sonst zurückhalten. 

Kreative Schreibmethoden sind für mich kostbare, ja, fast magische Schlüssel, mit denen wir manchmal sogar fest verschlossene Türen in uns öffnen können. Genau davor haben viele Menschen Angst, weil sie Schmerz oder ähnliches hinter diesen Türen vermuten. Und ja, manchmal steckt Schmerz hinter so einer Tür, manchmal auch Wut oder Frust. Aber ich bin inzwischen überzeugt davon, dass wir uns unserem Schmerz und anderen unangenehmen Gefühlen über kurz oder lang stellen müssen, damit Wunden heilen können. Es kann geradezu befreiend sein, sich Gefühle von der Seele zu schreiben. Darüber hinaus warten hinter vielen anderen Türen ganz wundervolle Gefühle und Erkenntnisse, die uns bereichern und nähren.

Mit dem Schreiben können wir auch andere Menschen berühren – sei es durch Bücher und Artikel oder mit einer der vielen Möglichkeiten, die uns heute das Internet bietet. Die Fülle und auch die Tiefe, die zum Teil ganz berührende, persönliche Blogs bieten, zeigen, was das Schreiben idealerweise sein kann: eine Brücke vom Ich zum Du, wobei man einander nicht einmal kennen muss und auf diese Weise auch in entferntesten Ecken auf diesem Planeten in Kontakt mit anderen kommen kann. Das Schreiben verbindet so über Grenzen hinweg.

Indem ich schreibe, öffne ich mich für mich selbst und wenn ich Texte von mir veröffentliche, auch für andere. Ich lade Sie mit meinen Texten als Leser/innen dazu ein, meine Gedanken in sich anklingen zu lassen und in sich selbst zu fühlen.

Ich weiß, dass viele von Ihnen auch gerne schreiben würden. Warum tun Sie es nicht einfach?!

Wenn Sie so gar nicht wissen, wie Sie überhaupt anfangen sollen, stellt Ihnen mein Selbstlernkurs zum Kreativen Schreiben viele Methoden und Ideen vor, mit denen Sie spielerisch ins Schreiben kommen können. Und wenn Sie gezielt über sich selbst und Ihre (Lebens-)Geschichte schreiben möchten, ist vielleicht mein Kurs zum Autobiografischen Schreiben etwas für Sie. Aber auch ganz ohne Kurs, können Sie den Zauber des Schreibens für sich entdecken – indem Sie einfach loslegen, am besten jetzt gleich! 

Hans im Glück?!

Gepostet von am Mai 2, 2016 in Achtsamkeit im Alltag, Alle Beiträge | 9 Kommentare

Hans im Glück?!

Ich denke mal wieder darüber nach, was ich eigentlich will. Was meine nächsten Ziele sind, was ich brauche, was ich angehen und erreichen will.

Ich bin es gewohnt, in Zielen zu denken. Über viele, viele Jahre waren Ziel- und Maßnahmenpläne meine ständigen Begleiter. Und so verunsichert es mich, dass ich damit nicht mehr so recht weiterkomme. 

Es fühlt sich heute ganz anders an, wenn ich über Ziele nachdenke. Weniger kraftvoll und attraktiv, ja, eigentlich sogar eher belastend und stressig. Und ich spüre weiter nach: Will ich denn wirklich mehr? Brauche ich mehr?

Oder… vielleicht ganz im Gegenteil: weniger? 

Muss ich denn wirklich immer voranstreben, um „weiter“ zu kommen? Wohin treibt mich denn dieses „weiter“? Will ich wirklich höher, schneller, schöner, erfolgreicher sein und immer mehr, mehr, mehr?

Die Antwort liegt klar vor, oder besser gesagt, in mir: Nein!

Ich will von ganz vielem weniger! Mehr und mehr spüre ich den Ballast vieler Jahre Erfolgsstrebens, die mir viel bescherten: Sinn, Anerkennung, Bekanntheit, Erfolg, Besitz, Hab und Gut, Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Verpflichtungen, Erwartungen und vieles mehr. Lange Zeit war das alles sehr wichtig für mich. Heute spüre ich aber mehr und mehr eben auch die Last all dessen, was ich angehäuft habe, um mich herum und in meinem Leben.

Vor einigen Tagen kam mir die Geschichte von Hans im Glück in den Sinn, dem es dich ganz ähnlich ging. Vielen mag der gute Hans ziemlich dumm erscheinen, aber ich gebe zu, ich beneide ihn im Moment. Ich weiß, damit stemme ich mich ein gutes Stück weit gegen den Strom unserer Gesellschaftsform, aber wissen Sie was? Es fühlt sich gut an, so gut. Und damit lasse ich das jetzt einfach mit einer neuen Liste von Zielen und öffne dafür die Tür weit für das Leben und schau, was kommt.

Wer macht mit?

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Von der Sehnsucht, angenommen zu werden

Gepostet von am Apr. 19, 2016 in Alle Beiträge, Ich mit mir, Ich und andere | 5 Kommentare

Von der Sehnsucht, angenommen zu werden

Ich glaube, dass eine tiefe Sehnsucht fast aller Menschen (vielleicht sogar aller Lebewesen) die ist, angenommen zu werden. 

Angenommen zu werden, heißt sein zu dürfen. Nicht in Frage gestellt zu werden, sondern wahrgenommen und akzeptiert als das, was wir gerade in diesem Moment sind. Angenommen mit allen Optionen so zu bleiben oder auch, uns zu verändern, wenn wir das aus uns selbst heraus wollen. Angenommen in unserem Sein und unserer Weiterentwicklung. 

Es heißt, dass wir erst uns selbst lieben müssen, um andere lieben zu können – und so müssen wir uns wohl auch erst selbst annehmen, um andere annehmen zu können, aber vor allem auch um von anderen uns angenommen fühlen zu können, oder nicht? 

Sich anzunehmen heißt anzukommen bei sich selbst und nicht mehr ständig auf dem Weg zu sein, sich zu jemand anderen zu machen, damit man vielleicht erfolgreicher ist oder von mehr Menschen gemocht wird. Sich anzunehmen heißt ja zu sagen zu sich, einfach so ohne Wenn und Aber und vor allem erst einmal ohne Wertung:

„Ja, ich bin ich.“ 

Ich glaube, es ist ein schmerzhafter Irrglaube, dass wir das Gefühl von Annahme im Außen finden können, denn so lange wir uns nicht selbst annehmen, können wir ja gar keinem glauben, dass er oder sie uns annimmt – und wir sind genauso wenig in der Lage, andere Menschen wirklich anzunehmen. 

Deshalb beginne ich mit diesen Fragen:

  • Wie sehr kann ich mich selbst sein lassen und wie sehr die Menschen, mit denen ich zu tun habe?
  • Wie oft glaube ich, ich müsse etwas ändern an mir oder an anderen?
  • Wie oft denke ich, ich wäre besser, wenn ich so oder so wäre – … und wie oft denke ich das bei anderen?
  • Was wäre, wenn ich und andere einfach nur sind, ohne dass ich (be-)werten muss? 
  • Was wäre, wenn ich einfach nur wahrnehmen und staunen und Erfahrungen sammeln könnte mit mir und anderen? 
  • Was, wenn ich weniger tun und erreichen und kämpfen müsste, sondern viel mehr nur sein könnte? 

Ich für mich habe das Angenommen-werden lange Zeit im Außen gesucht, gefunden habe ich es erst in mir selbst. 

Ein Zustand von Dazwischensein

Gepostet von am Apr. 14, 2016 in Achtsamkeit im Alltag, Alle Beiträge, Ich mit mir | 5 Kommentare

Ein Zustand von Dazwischensein

Seit zwei Wochen setze ich mich nun Tag für Tag pflichtbewusst an meinen Rechner, um hier im Blog mal wieder einen schönen, neuen Beitrag zu schreiben, … aber, es kommt nichts. Schreibblockaden kenne ich eigentlich immer nur dann, wenn ich mich zu zwingen versuche, etwas zu schreiben, was nicht ansteht, und dafür vermeide über das zu schreiben, worum es eigentlich geht. 

Also gut, worum geht es gerade?

Ich war für knapp sechs Wochen unterwegs. Ich war auf Reisen am anderen Ende der Welt und es fühlt sich so an, als sei ich auf der Rückfahrt nach Hause ein Stück weit verloren gegangen. Vielleicht bin ich in ein Raumloch gerutscht oder in eine Zeitfalte, jedenfalls fühle ich mich noch immer nicht ganz da, irgendwie unvollständig und unganz. 

Das Leben scheint auch nicht so recht zu wissen, was es mit mir gerade anfangen soll – ich bekomme zur Zeit buntgemischte Anfragen in allen möglichen Bereichen, aber alles zerschlägt sich auch gleich wieder, nur um dann in anderer Form doch wieder angeboten zu werden. Verwirrung auf ganzer Linie.

Kein Wunder, denke ich, so halb wie ich da bin, kann ja nichts wirklich was werden. 

Und während ich mir hier nun erlaube, über diesen seltsamen Zustand von Verunsicherung und Verlorensein zu schreiben, erinnere ich mich, mich schon öfter so gefühlt zu haben – nicht nur nach Reisen, sondern auch in Phasen von Umbrüchen und manchmal sogar einfach so. Es sind Momente, in denen die Zeit auf eine merkwürdige Art anders tickt als sonst und man wie in Zeitlupe schlafwandelt und doch alles gleichzeitig wie im Zeitraffer herumwirbelt. 

Schwer zu beschreiben und auch nicht leicht auszuhalten. Früher habe ich solche Gefühle weggedrückt und alles daran gesetzt, schnell wieder „klar“ zu werden. Aber mit meinem wachsenden Bedürfnis nach Achtsamkeit gilt es, eben auch so etwas anzunehmen. Einfach, weil das jetzt ist und sein darf. 

Und während ich das alles in mir zulasse, merke ich noch etwas anderes. Ich spüre, dass irgendwo hinter all dem Schrägen und dem Unangenehmen auch noch etwas anderes in mir schwingt: eine Ahnung davon oder vielleicht ist es sogar schon ein Wissen darüber, dass auch das wieder zu etwas führen wird und dass es genauso sein muss, wie es gerade ist.

Tatsächlich ist das ein Geschenk, welches ich immer wieder erhalte, wenn ich mutig genug bin, mich sein zu lassen, wie ich gerade bin: eine zuvor kaum gekannte Gelassenheit, dass alles genau richtig ist, wie es ist.

Was wir glauben, bestimmt unseren Weg

Gepostet von am Apr. 11, 2016 in Achtsamkeit im Alltag, Alle Beiträge | 4 Kommentare

Was wir glauben, bestimmt unseren Weg

Hinweis: Dieser Text stammt aus meinem Selbstlernkurs Mein achtsames Ich.

In meinem Leben gab es lange Zeit einen interessanten Widerspruch: Ich wusste genau, wie ich mit den „richtigen“ Überzeugungen und Einstellungen mein Tun beeinflussen kann, aber ich hatte keine Ahnung, wie sehr mich diese „richtigen“ Überzeugungen daran hinderten, mich in meinem Sein anzunehmen und meinen eigenen Weg zu gehen.

Ich eignete mir über die Jahre eine ganze Reihe von Erfolgs-Glaubenssätzen an, weil ich dachte, damit mein Leben besser kontrollieren und gestalten zu können, wie z. B. „Ich kann alles erreichen, wenn ich es nur doll genug will“ oder auch „Um glücklich zu werden, muss ich herausfinden, was ich will und mir das dann als Ziel setzen und es erreichen“. Es ist nichts grundsätzlich falsch an solchen Glaubenssätzen, sie können sehr kraftvoll sein. Das Problem ist nur, dass manchmal solche willentlich und damit zum Teil künstlich übernommenen Überzeugungen an unserem eigentlichen Sein vorbeigehen. Sie klingen zwar gut und mögen für manche Menschen hilfreich sein, entsprechen aber uns selbst nur bedingt oder gar nicht. Um sie zu leben, versuchen wir dann mehr und mehr, jemand zu sein, der wir eigentlich nicht sind, und führen mehr und mehr ein Leben, das eben nicht unser Leben ist.

So habe ich z. B. durch diese toughen Glaubenssätze den Kontakt zu ganz wichtigen Teilen in mir verloren, die mich wesentlich ausmachen: verspielte, verträumte Teile, denen Erfolg genauso egal ist wie gesetzte Ziele und die eigentlich gar nichts erreichen, sondern einfach nur vor sich hin sein wollen. Diese Anteile in mir konnte ich natürlich bei der dynamischen Gestaltung meines erstrebten Erfolgslebens nicht gebrauchen und so schob ich sie in die hinterste Ecke in mir. Wie gut, dass sie dort nicht verloren gingen.

Worum es mir hier geht, ist das Bewusstsein dafür, dass das, wovon wir überzeugt sind, nicht immer auch das sein muss, was wahr und gut ist, und auch nicht das, was unserem ureigenen Sein entspricht. Die meisten von uns sind auf Anerkennung getrimmt: Wir wollen gefallen, wollen gelobt werden, wollen unsere Sache gut und richtig machen. Und so orientieren wir uns an Maßstäben von Autoritätspersonen, Vorbildern oder anderen wichtigen Menschen, wie z. B. Eltern, Lehrer, Vorgesetzte, Freunde, Buchautoren, Trainer. So hilfreich und nützlich Inspirationen anderer sein können, so wichtig ist es, immer mal wieder zu prüfen, was die Überzeugungen anderer mit einem selbst wirklich machen. 

Für mich gilt inzwischen: Nicht alles, was gut für uns klingt, muss auch gut für uns sein! Es gilt, achtsam zu bleiben und hin und wieder ein Fragezeichen zu setzen und nachzuspüren, was dieses Fragezeichen in uns auslöst. Das kann uns für Fehlüberzeugungen und Irrwege sensibilisieren.

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Wanderlust – wohin es mich zieht!

Gepostet von am Apr. 3, 2016 in Achtsamkeit im Alltag, Alle Beiträge | 3 Kommentare

Wanderlust – wohin es mich zieht!

Wussten Sie, dass „wanderlust“ eines der deutschen Wörter ist, die in die englische Sprache übernommen worden? Und zwar bedeutet es dort „Fernweh“. 

Fernweh … – das gehört zu mir! Und ich habe einmal genauer nachgespürt, worum es mir dabei eigentlich genau geht. Und so habe etwas ganz Wundervolles entdeckt: Die Motivation hinter meiner Sehnsucht zu reisen ist kein „Weg-Von-Hier“, sondern „Hin-Zu-Etwas“!

Ich glaube, das macht einen enormen Unterschied.

Ein „Weg-Von“ ist meist eine Flucht, die sich aus unguten Gefühlen speist. Wenn wir weg von etwas wollen, spüren wir, dass uns etwas nicht gut tut, haben aber noch keine Vorstellung, was besser sein könnte; wir wollen einfach nur, dass etwas aufhört. 

Ganz anders fühlt sich ein „Hin-Zu“ an! Jedes „Hin-Zu“ in unserem Leben speist sich aus Lust und Freude. „Hin-Zu’s“ sind bunt und bildhaft und ziehen uns geradezu magisch an. Wenn ich für mich ein „Hin-Zu“ gefunden habe, muss ich mich nicht besonders motivieren, es anzugehen – ich tue es einfach!  

Meine Wanderlust beschreibt meine Sehnsucht nach der Welt – nach Landschaften, Ländern, Leuten, Erfahrungen, Gerüchen, Eindrücken und Erlebnissen. Mein Fernweh ist der Gesang des Freiheitsdrangs in mir, der Wunsch, die Flügel auszubreiten und mit leichtem Gepäck und einem nie enden wollenden Staunen einfach loszurennen, um Wunder zu erleben, große wie kleine. Ich laufe damit nicht weg, ich laufe los! Und das ist ein entscheidender Unterschied.

Ich glaube, in unseren „Hin-Zu’s“ drückt sich unser wahres Sein aus.

Erfühlen Sie doch einmal für sich selbst, wo es in Ihrem Leben „Hin-Zu“-Motivationen gibt, also etwas, das Sie aus Lust und Freude und aus Spaß und Neugier anstreben. Sie werden merken, wie gut es tut, mit solchen „Hin-Zu’s“ in Kontakt zu sein!

„Hin-Zu’s“ kann man meiner Erfahrung nach aber nicht über den Kopf erdenken oder rational finden, „Hin-Zu’s“ kann man nur erspüren, Sie brauchen also etwas Mut zum Fühlen. Dafür schenken sie aber dann eine ganz kostbare Kraft und Energie für Veränderungen in unserem Leben, die ganz und gar uns selbst entsprechen.