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Hier finden Sie Reflexionen, Inspirationen und Anregungen rund um das Thema Achtsamkeit.

Woche 5: Ideenflut und Stoppschild

Gepostet von am Feb. 5, 2018 in Alle Beiträge, Mein achtsames Schreiben | 2 Kommentare

Woche 5: Ideenflut und Stoppschild

Zu Beginn von Woche 5 meines Schreibjahres hieß es vor allem schnell zu sein. Neue Ideen schwirrten herbei wie Kolibris, hier ein Schimmern, da ein Surren – ich war ständig dabei, Notizen zu machen oder gleich loszulegen. 

Ideen sind eine tolle Sache! Manchmal erscheinen sie als ein einziges Wort eine kompakte Formulierung und entfalten sich, sowie man etwas genauer daraufschaut, wie ein Fächer oder eine komplizierte Faltfigur. Andere beginnen mit einem ersten Satz und sowie ich den aufschreibe, fließt es einfach weiter und weiter ohne dass ich eine Ahnung habe, wohin es genau geht. Manchmal ist da auch eine Figur beziehungsweise ihr Name und wenn ich diese Figur neugierig kennen lerne, finde ich die Geschichte, die zu ihr gehört. 

Ideen halten sich natürlich nicht an Schreib- oder Arbeitszeiten und achten auch nicht darauf, ob der Moment gerade passend ist. Am häufigsten kommen sie bei mir in der Nacht, vorzugsweise am frühen Morgen, dann wenn ich eigentlich schlafen will oder wenn ich gerade unter der Dusche stehe (und es mit dem Notieren wirklich nicht so einfach ist) oder im Auto (was die Sache mit dem Notieren nicht besser macht…). Ich habe oft auch das Gefühl, dass wenn eine Idee durchkommt und gewürdigt wird, gleich noch andere hinterher drängen. Vielleicht stehen sie alle irgendwo dicht gedrängt und warten darauf, endlich ernst genommen zu werden? 

Was ich nicht nur in Woche 5, sondern überhaupt gut gebrauchen könnte, wären zehn Extra-Stunden am Tag, damit ich alles bearbeiten kann! Denn, und das ist vielleicht eine Schattenseite von sehr vielen Ideen: die Möglichkeiten zur Umsetzung sind schlicht und einfach begrenzt. 

Und so kam ich im zweiten Teil von Woche 5 mal wieder an einem sehr bekannten Punkt: nämlich zu erkennen, dass ich wieder zu viel Härte und Druck mir selbst gegenüber gelebt habe. Nicht nur in diesen Tagen, sondern seit Beginn des Schreibjahres, und wenn ich ehrlich bin auch schon davor… 

Den Spagat zwischen Selbstanspruch und Selbstdisziplin auf der einen Seite und Selbstfürsorge und Ausruhen auf der anderen finde ich nach wie vor sehr schwierig. Manchmal scheint es mir, als habe ich zwei Gänge: Vollgas oder Faulheit 😉 … und weil ich Faulheit fürchte, bin ich meist mit Vollgas unterwegs. Doch das hat seinen Preis und ich lande unweigerlich irgendwann vor einem Stoppschild. Nun heißt es wieder innehalten, zu mir kommen und neu ansetzen. Tja, das Thema wird mich sicher noch weiter begleiten.

Aber, nun steht eh erstmal Urlaub für mich an, schauen wir mal, wo das Schreiben darin seinen Platz findet.   

 

Woche 5

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Woche 4: Staunende Forscherin im Innen und Außen

Gepostet von am Jan. 29, 2018 in Alle Beiträge, Mein achtsames Schreiben | Keine Kommentare

Woche 4: Staunende Forscherin im Innen und Außen

Woche 4 meines Schreibjahres war vor allem eines: prall gefüllt. Ich bin im Endspurt für ein neues Pferdebuch, das im Juni erscheinen wird, und da stand noch einiges an Arbeit an (Texten von Bildunterschriften, Ergänzungen, Kürzungen). Das bremste dann ein bisschen meinen Enthusiasmus für eine Roman-Idee, auf die ich am Wochenende gekommen war und an die ich mich am liebsten sofort gesetzt hätte. 

Es gelang mir aber trotzdem, mir immer wieder Zeit für mein literarisches Schreiben zu nehmen und im Wesentlichen war ich in dieser Woche dafür eine Forscherin. 

Zum Schreiben gehört eines dazu: das Recherchieren. Bei Sachtexten ist es offensichtlicher, aber auch bei literarischen Projekten steht es an, sich mit dem Thema, über das man schreiben möchte, so vertraut wie möglich zu machen. Man kann einen Ort schon gut kennen oder viel über eine Tätigkeit wissen  und fit in einem Themenfeld sein, wenn man darüber schreiben will, tauchen schnell viele Fragen zu Details auf – zumindest bei mir ist das so. Und da will ich dann Antworten, am liebsten gleich und sofort. Also bohre ich mich schnell sehr tief in die Materie und muss ein bisschen aufpassen mich im Wunderland des Wissens nicht plötzlich ganz woanders wieder zu finden. Es ist einfach so vieles sooo spannend! 🙂 

Und so war ich in dieser Woche 4 höchst investigativ unterwegs und habe sehr viel Neues und Interessantes herausgefunden – über mein Thema (konkret gibt es mehr dazu, wenn ich etwas weiter bin) und damit auch über mich, weil das ja fast immer ein gutes Stück weit zusammenhängt. 

Tja, und da sind wir beim zweiten Element dieser Woche 4: Selbsterforschung. Es ist ausgesprochen faszinierend, was meine nun so gezielt „öffentliche“ Ausrichtung auf das literarische Schreiben mit mir macht: Während mein Schriftsteller-Ich früher eher heimlich und still das Haus verließ, um dann inkognito die Welt in sich aufzusaugen und genauso heimlich darüber zu schreiben, machte mein Sachbuch-Ich seinen Job nach außen hin. Nun aber kommt auch das Schriftsteller-Ich mehr und mehr nach vorn. Es schaut aus den Fenstern, öffnet die Türen und geht auch schon mal durch den Vordereingang nach draußen, bereit, sich mehr und mehr zu zeigen. Und das fühlt sich schon sehr anders an.

Es bringt allerhand Neues und Bekanntes ans Licht, macht vieles in mir präsenter, bewusster und spürbarer. Es lädt auch zum weiteren Erforschen ein und so springe ich im Moment ganz ähnlich in mich selbst wie in mein neues Thema und nehme neugierig und wissbegierig wahr, finde heraus, stelle Fragen, suche nach Antworten, lerne und staune – ja, vor allem staune ich.

Staunen, finde ich, ist eine exzellente Basis und Fähigkeit für das Schreiben, denn es lässt mich sehr intensiv fühlen, wie magisch all das da draußen und in uns selbst ist. Staunen zu können, macht mich lebendig und sehr, sehr wach. Und das tut mir sehr gut!

 

Woche 4

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Woche 3: Mit Insekten leben und Drachen bändigen

Gepostet von am Jan. 22, 2018 in Alle Beiträge, Mein achtsames Schreiben | 2 Kommentare

Woche 3: Mit Insekten leben und Drachen bändigen

Woche 3 meines Schreibprojektjahres hatte es in sich, denn ich bekam es mit allerlei Viechzeug zu tun. 

Die Kleinen von ihnen kennen sicher viele: Man legt mit Feuereifer los, begeistert und voller Energie und dann ist da plötzlich eine Fliege. Fast unschuldig wirkt sie, zumindest so lange, wie sie an der Wand sitzt. Das ändert sich, wenn sie um unseren Kopf herumsumselt und unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht. Und wo eine Fliege ist, sind andere meist nicht weit… 

Solche „Fliegen“ sind z.B. die Wäsche, die gemacht werden muss, die Milch, die eingekauft werden muss, das Auto, das zur Werkstatt muss, der Anruf beim Versicherungsmakler, die Lampe, die repariert werden muss und dergleichen mehr. Neben den Fliegen gibt es natürlich auch Schmetterlinge oder schillernde Käfer, die uns ablenken, wie z.B. die Frage, was es eigentlich Neues bei Facebook gibt, ein Klönschnack mit der Freundin, das neue Magazin, das gerade erschienen ist oder die Serie, die gerade so spannend ist… 

Tja, und wenn man nicht aufpasst, befasst man sich stundenlang mit allen möglichen Flug- und Krabbeltieren, die es so in unserem Leben gibt – und plötzlich ist schon wieder ein Tag vorbei oder auch eine ganze Woche. 

Zu lernen, nicht jeder Fliege oder jedem Schmetterling im Leben Aufmerksamkeit zu schenken und damit aus meinem Tun zu geraten, gehört wohl zu jeder Art von Projekt dazu. Manche von ihnen kann ich einfach ignorieren, andere notiere ich mir, damit sie nicht verloren gehen und wieder anderen gebe ich auch für eine Weile bewusst nach, um dann wieder zu meinem Tun zurückzukehren. Wichtig für mich ist, mich nicht über sie zu ärgern, selbst wenn ich wieder Zeit mit ihnen verplempert habe, denn daraus ziehen sie alle Energie. Seit ich das verstanden habe, geht es mir besser deutlich mit ihnen und manchmal sind tatsächlich nicht mal welche da. 

Eine ganz andere Sache sind die Drachen…

Wenn ein Drache in unser Tun platzt, so macht er das mit einem gewaltigen Auftritt: Er kommt geflogen und springt in unser Sein. Oder er erwacht und erhebt sich und stampft mit den mächtigen Beinen. Manchmal packt er uns auch mit seinem mächtigen Tatzen oder drückt uns mit seinem Körper ganz an die Wand. Wo ein Drache auftaucht, bebt die Erde, die Wände zittern und Rauch erfüllt den Raum. Es gibt wahrscheinlich kaum eine wirkungsvollere Ablenkung als einen Drachen, denn wenn plötzlich etwas so Riesiges und Feuerspeiendes vor oder hinter uns sitzt, müssen wir einfach reagieren. Kein Projekt kann es wert sein, ein Feuer nicht zu löschen, oder notfalls die Flucht zu ergreifen, nicht wahr? Schließlich ist es gefährlich, viel zu gefährlich.

Und doch stelle ich immer wieder fest, dass wir vor unseren Drachen nicht einfach weglaufen können, sondern es gilt, sich ihnen zu stellen. Drachen kommen aus der Tiefe und entsprechend wirkungsvoll sind sie. Sie tragen Namen wie Angst, Sorge, Zweifel, Sinnlosigkeit oder Ohnmacht und sie sind ein Teil von uns. Ihre Macht gewinnen sie vor allem daraus, dass wir uns meist nicht trauen, uns mit ihnen zu befassen.

Um uns nicht von ihnen beherrschen zu lassen, müssen wir sie verstehen lernen, denn nur im Verstehen liegt die Chance sie zu bändigen, zumindest ist das für mich so. Unsere Drachen stehen oft für Wichtiges in uns und sie ignorieren oder gar töten zu wollen, bedeutet immer ein Kampf gegen sich selbst. Dafür müssen wir ihnen manchmal nur zuhören, damit sie aufhören, Feuer zu spucken. Aber sich ihnen zu stellen und zu lernen, wie man sie bändigen kann, kostet viel Kraft… 

Na, wer weiß, vielleicht schreibe ich mal ein Buch über das Zähmen von Drachen… 😉

Ansonsten habe ich in Woche 3 auch ein bisschen was geschafft, nämlich unter anderem habe ich eine meine Erzählungen überarbeitet und in die Korrektur gegeben, habe einige Coverentwürfe erstellt und gerade gestern ist mir eine wundervolle, neue Idee für einen Roman gekommen. Also, weiter geht’s! 

 

Woche 3

Selbstbehauptung – Ich schreib, was ich will!

Gepostet von am Jan. 19, 2018 in Achtsamkeit im Alltag, Alle Beiträge, Ich mit mir, Mein achtsames Schreiben | 4 Kommentare

Selbstbehauptung – Ich schreib, was ich will!

Ich lerne gerade ein bekanntes Wort in einem neuen Kontext kennen: Selbstbehauptung. 

Selbstbehauptung ist die Fähigkeit, sich der eigenen Rechte und Grenzen bewusst zu sein und diese anderen gegenüber kommunizieren zu können. Selbstbehauptung kann aber auch in einem anderen Zusammenhang wichtig sein: und zwar sich selbst gegenüber. Das klingt zugegebenermaßen ein bisschen schräg und ist es vielleicht auch. Aber wahrscheinlich kommt den meisten von uns das hier ziemlich bekannt vor:

Ob wir uns nun mit vernichtender Selbstkritik klein machen, ob wir uns in diffuse oder auch konkrete Ängste hineinsteigern, die sich rational meist gut entkräften lassen, ob wir uns glauben machen, genau das, was wir wollen, gar nicht zu können, ob wir plötzlich unsicher darüber werden, ob wir nicht eigentlich etwas ganz anderes wollen oder ob wir uns in den entscheidenden Momenten schrecklich müde oder unruhig werden lassen… – die Wege, sich selbst von dem abzuhalten, was man eigentlich so gerne tun will, sind ausgesprochen vielfältig. Kennen wir doch alle, oder? 

Ich spiele dieses Spiel gerade in Bezug auf mein literarisches Schreiben mit mir – mal wieder! Statt mich einfach in Ruhe und Frieden vor mich hinschreiben zu lassen, versetze ich mich in Sorgen über Misserfolge und zu wenige Einnahmen und aktiviere damit tief sitzende Ängste, die ich nicht wegdenken kann, sondern mit denen ich mich befassen muss. Das kostet unglaublich viel Energie, die ich eigentlich viel lieber ins Schreiben investieren würde, aber ich weiß, dass ich mich dem stellen muss, da ich sonst Gefahr laufe, die Sache doch wieder abzubrechen. 

Aber irgendwann muss damit auch mal gut sein. Während ich normalerweise inzwischen versuche, mir selbst mit viel Verständnis und Nachsicht und einem warmen, inneren Ja zu begegnen, um nicht mehr gegen mich selbst zu kämpfen, fürchte ich, steht nun etwas anderes an: nämlich die besagte Selbstbehauptung und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Ja, hin und wieder ist es vielleicht tatsächlich nötig, auch mal mit der Faust auf den inneren Tisch zu hauen, wenn da jemand in einem ungefragt ständig rücksichts- und respektlos die Zügel in die Hand nimmt und nicht aufhört, massiv auf die Bremse zu treten. 

Oder, um es mit Viktor Frankl zu sagen: 

 

Selbstbehauptung

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Woche 2: Ein Goldgräber, der langsam die Flügel öffnet

Gepostet von am Jan. 15, 2018 in Alle Beiträge, Mein achtsames Schreiben | 2 Kommentare

Woche 2: Ein Goldgräber, der langsam die Flügel öffnet

Ein Blick zurück auf  Woche 2 meines Schreibjahrprojekts: In den Tagen war ich wie ein Goldgräber, denn ich suche und finde so viele Schätze im Dschungel meines Seins! Ich durchschürfe meine Festplatten und Notizbücher und entdecke Perlen, Glitzersteinchen, Nuggets und ganze Barren, und ich finde Samen und Pflänzchen, gut bestellte Felder und riesige Bäume in tiefen Wäldern. Ich finde Dunkles und Helles und ganz viel Buntes. Ich finde mich und so viel mehr.

Wie reich ich bin! 

Würdigen, was alles schon da ist und endlich etwas daraus machen, das ist meine Sehnsucht, mein Wunsch und auch mein Ziel. Mich mutig zeigen mit dem, was ich schon habe, ohne Angst und ohne Erwartungen, einfach weil es zu mir gehört, weil ich es geschaffen habe und weil es wert ist, gelesen zu werden, egal von wie vielen Menschen – das nehme ich als Leitlinie mit in die nächsten Wochen. 

Und mit der Entdeckung all dessen, was schon da ist, scheinen sich auch endlich die Schwingen zu lösen, die ich so fest an meinem Körper presste, dass ich sie wieder einmal fast vergessen habe. Ich weiß ziemlich gut, warum ich sie, wie so oft in meinem Leben, zu verstecken versuchte, und es tut so gut zu spüren: Sie sind da, so wie sie immer da waren. Diese Flügel wieder zu bewegen und zu öffnen, bringt die Aussicht aufs Fliegen und ich weiß, dass ich das nicht verlernt habe, denn es gehört zu mir. 

In Woche 2 war ich oft sehr berührt von meinem Tun und meinen Texten und das setze ich gegen die Be- und Abwertung in mir. Ich habe eine schriftliche Redaktionskonferenz abgehalten, an der die Schriftstellerin, die Lektorin, die Werbefachfrau, der Buchhalter und der Kritiker anwesend waren – das war sehr spannend und erhellend. Seitdem weiß ich, dass zur Zeit vor allem der Buchhalter und nicht, wie ich dachte, der Kritiker, meinem kreativen Tun Steine in den Weg legt… 

Fürs Erste wühle ich noch ein bisschen weiter in meinen Schatzkisten und Schatzhöhlen und putze und poliere, stelle zusammen und arrangiere all das Schöne, was ich finde. Ich folge aber auch dem Kitzeln in meinen Flügeln, der Lust nach Luft und Wind und Bewegung und versuche alles fließen zu lassen, was auch immer fließen will.

 

Woche 2

Woche 1: Tarzan und Schmetterling

Gepostet von am Jan. 8, 2018 in Alle Beiträge, Mein achtsames Schreiben | 2 Kommentare

Woche 1: Tarzan und Schmetterling

Vor einigen Tagen habe ich meine neue Ausrichtung auf das literarische Schreiben angekündigt und ich habe mir vorgenommen, einmal in der Woche darüber zu berichten, wie es mir damit so ergeht. Als Zusammenfassung für Woche 1: Ich bin Tarzan und Schmetterling 🙂

Zunächst war ich damit beschäftigt, mich durch das dschungelartige Dickicht zu kämpfen, das sich in mir gebildet hat, denn viel zu lange habe ich mich nicht mehr um mein literarisches Schreiben gekümmert. Da stand ich nun mit meinen schönen neuen Notizbüchern und meinen Rechner bereit, doch mir war der Weg ganz schön versperrt von all dem Wildwuchs, der in diesem kreativen Bereich meiner Persönlichkeit gewuchert war. Ein bisschen so wie Tarzan fand ich einen kleinen Weg ins Innere und wie wundervoll es ist, wieder hier zu sein: inmitten dieser ungezähmten, abenteuerlichen und so vielfältigen Welt!

Und während ich auf eine kleinen Lichtung stehe und staune, spüre ich mit jeder Faser: Genau hier will ich sein und ich werde noch viel tiefer in diesen Dschungel gehen! Ich will hoch hinauf auf die Bäume und mit den Lianen schwingen. Ich möchte über das Dach des Dschungels fliegen, um dann dann wieder tief hinabzutauchen und mich auf Schatzsuche zu machen. 

Von dem Moment an, in dem ich mir den ersten Weg gebahnt hatte, war es faszinierend zu erleben, wie viele Ideen sich mir sofort präsentieren: Zum Teil liegen sie im wahrsten Sinne auf der Straße, ich schnappe sie im Vorbeigehen auf, sie fallen vom Himmel und zeigen sich hier und dort und überall. Ich habe sie morgens und tagsüber und wenn ich im Bett liege. Es sind kleine Ideen, manchmal nur ein Satz oder ein Titel, es sind mittelgroße, also zum Beispiel hübsche Geschichtenanfänge oder interessante Szenen, und es sind große Ideen für ganze Bücher dabei.

Tja, und was mache ich nun mit all diesen Ideen? Ein Dutzend Geschichten gleichzeitig zu beginnen ist nicht gerade das, was nach Effektivität und Organisation klingt, aber ich vertraue meinem Gefühl und mache gerade genau das: Ich flattere herum wie ein Schmetterling und nasche hier ein bisschen, koste da und lasse mich von Idee zu Idee treiben. Ich schreibe ein paar Sätze zu einem Einfall, folge einem Moment dem Anfang einer anderen Geschichte, um dann zu überlegen, welche meiner beiden schon fertigen Erzählungen ich mir als erstes für eine Veröffentlichung vornehme, notiere dann einige Gedichtzeilen, mache mir Notizen zu einer Romanidee, schreibe eine Mail mit einem anderen Schreibenden und berichte, wie es mir gerade geht, um dann schon gleich eine nächste Idee zu skizzieren und so weiter und so fort.

Ich befolge also einfach mal genau den Rat, den ich all den Teilnehmern/innen meiner Schreibkurse gebe: nur nicht bremsen, nur keine Ansprüche, nur gleich wieder mit Bedenken kommen, sondern mich ehrlich und von Herzen daran erfreuen, wie fruchtbar der Boden ist, auf dem ich den Samen des Entschlusses gesetzt habe – alles treibt aus! Ja, mein kreativer Dschungel blüht und gedeiht und ich bin mitten drin. So ist es gut!

 

Woche 1

Mein achtsames Schreiben

Gepostet von am Jan. 3, 2018 in Alle Beiträge, Mein achtsames Schreiben | 14 Kommentare

Mein achtsames Schreiben

Etwas Neues steht für mich an! Naja…, eigentlich wohl eher etwas Altes neu angegangen, denn das ist nicht mein erster Anlauf zu diesem Vorhaben. Aber es ist wohl der bisher reifste Anlauf, einfach weil ich heute mehr über mich weiß und mich besser verstehe. Worum es geht? Um’s  Schreiben und zwar wie ich es hier nennen möchte: um mein achtsames Schreiben. 

Wenn jemand wie ich, die bereits seit vielen, vielen Jahren den lieben, langen Tag schreibt, verkündet, dass sie nun endlich das tun will, was sie schon immer tun wollte und dann sagt: Ich will schreiben!, dann klingt das zugegebenermaßen etwas seltsam.

Aber…, keine Sorge, die Sache wird gleich klarer werden.

Eines kann ich ziemlich gut: Ich kann Sachtexte in allen möglichen Formen schreiben. Ob nun als Blogbeiträge, Zeitschriftenartikel, Bücher oder Selbstlernkurse, theoretisch könnte ich auf Zuruf zu allem Möglichen solche Texte verfassen. Es fällt mir leicht und ich mache es gern. Sachtexte zu schreiben ist sicheres Terrain für mich und damit verdiene ich mein Geld. 

Es gibt allerdings etwas, das ich schon so lange ich denken kann, tun will (und sogar auch schon getan habe…), aber das ich aus Vernunftgründen, aus Sicherheitsbedenken und auch einfach aus Feigheit nie wirklich konsequent angegangen bin und das ist das, was ich „literarisches“ Schreiben nenne – also das Schreiben von Geschichten. Immer schon träumte ich davon, Romane zu schreiben oder Kurzgeschichten oder Kinder- und Jugendbücher und jedes Mal, wenn ich eine Buchhandlung betrete, spüre ich das so vertraute sehnsuchtsvolle Ziehen in mir, wenn ich zu den Romanen gehe, wo ich so gerne auch welche von mir liegen sehen würde. Literarisch zu schreiben, ist zumindest für mich eine vollkommen andere Sache als Sachtexte zu schreiben, und wann immer ich mich ernsthaft daran gemacht habe, habe ich ausgesprochen wirkungsvoll verhindert, dass etwas daraus wird. 

Nun habe ich in den letzten Wochen sehr viel mit mir verhandelt. Es waren zähe, manchmal unfaire, aber nach und nach immer offenere Verhandlungen darüber, dass ich endlich, endlich tun will, wonach mein Herz sich so sehnt und von dem ich weiß, dass es zu mir gehört. Das Problem dabei ist, dass, wie bei so vielen Menschen, auch in mir Programme wirken, mit denen ich mich von meinem großen Wunsch abhalte! Ich selbst bin nicht nur mein gnadenlosester Kritiker, sondern auch mein strengster Chef und Antreiber und ich verbiete mir unglaublich viel. Ich halte mich vehement selbst in bestimmten Mustern und wehe, ich will ausbrechen! Gleichzeitig hat aber Freiheit einen immensen Wert für mich ist und mir wird immer klarer, dass ich wirklich niemanden gestatten würde, mich so einzuschränken, wie ich es mit mir selbst tue. Dieser Gedanke ließ etwas in mir erwachen, das ich gut gebrauchen kann: Trotz! Und so setze ich nun Trotz gegen Angst und gehe erst einmal für den Zeitraum von einem Jahr das an, von dem ich fest überzeugt bin, dass nur das mich wirklich mich selbst sein lässt. 

Inzwischen weiß ich nur zu gut, dass ich diesen Lebenswunsch nicht gegen mich umsetzen kann (das habe ich x-mal probiert), sondern nur MIT mir. Und da kommt nun dieses Projekt hier ins Spiel: Diese neue Kategorie mit der Bezeichnung „Mein achtsames Schreiben“. Ich setze damit all das, was ich in den letzten Jahren durch die Auseinandersetzung mit dem Thema Achtsamkeit und auch durch das bewusste Streben nach mehr Achtsamkeit gelernt habe. Ich werde hier über mein Schreiben schreiben und über meinen Weg, diesen größten beruflichen Lebenswunsch endlich umzusetzen. 

Zum einen werden mir diese Texte dabei helfen, genau das zu bleiben: achtsam für mich und mein Schreiben. Zum anderen weiß ich über den Wert, gelesen zu werden von Ihnen und Euch da draußen. Resonanz ist kostbar und es ist ein wundervolles Gefühl, dieses Mal die Sache nicht allein im stillen Kämmerchen anzugehen, sondern in dem wundervoll nährenden Raum, den mir „Mein achtsames Ich“ und seine Leserschaft schenkt. Nur mein eigenes achtsames Ich wird mir wirklich helfen können, mich nicht wieder in Selbstzweifeln und destruktiven Mustern zu verlieren, sondern mir die Freiheit zu nehmen, das zu machen, wonach es mich so sehnt. 

Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wohin das alles führt – hoffentlich natürlich zu ganz wundervollen Büchern 🙂 – und ich weiß auch nicht, ob ich nicht irgendwann einfach wieder reumütig zu meinen Sachtexten zurückkehren werde… Aber wenn es so ist, dann habe ich es immerhin noch einmal probiert. Tue ich es nicht, werde ich es bereuen und das ist etwas, das ich in meinem Leben nicht will: Dinge, die ich bereue. 

In diesem Sinne mache ich mich auf in ein Jahr des achtsamen Schreibens und ich freue mich auf alle, die mich dabei begleiten werden! 

 

Mein achtsames Schreiben

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Brief an das Leben

Gepostet von am Dez. 31, 2017 in Alle Beiträge | 10 Kommentare

Brief an das Leben

Liebes Leben,

zu diesem Jahreswechsel möchte ich Dir schreiben. 

Zunächst schreibe ich, um mich bei Dir zu bedanken – für ALLES, denn alles bist Du. Du bist so vielfältig, so bunt, so wunderschön, so reich, so erfüllend und so bewegend. Du bist ein Geschenk, ein Abenteuer, eine Reise. Du bist kostbar, so kostbar. 

Ich weiß, dass alles seinen Sinn hat, auch wenn ich ihn nicht immer gleich verstehe. Aber ich weiß auch, dass Du  Klarheit schätzt und so möchte ich gerne einen Wunsch formulieren. 

Seit vielen Jahren hast Du mich nun im Loslassen trainiert – und, was habe ich alles losgelassen! Belastendes, Fesselndes, Begrenzendes, Überflüssiges, Gewicht, Besitz, Eigentum, Festgeschriebenes und scheinbar Unveränderliches, Ängste und Muster, Vorstellungen und Überzeugungen, Glaubenssätze und Ziele, Ideen und Träume und auch Liebgewonnenes und von Herzen Geliebtes.

Ich habe so viel losgelassen, wie manch‘ einer vielleicht in seinem ganzen Leben nicht erhalten darf, und so fühle ich mich auch im Loslassen sehr reich.

Und doch möchte ich fragen, ob es nun vielleicht erst einmal genug sein darf mit dem Loslassen? Ich glaube, ich habe inzwischen begriffen, dass ich nichts halten kann, dass nichts sicher ist und dass mir nichts gehört. Alles ist immer in Bewegung und leben heißt fließen.

Mit allem, was mir möglich ist, sage ich Ja dazu. 

Doch das Loslassen kostet unendlich viel Kraft und der Schmerz lähmt die Flügel. Nun sehne ich mich wieder nach mehr Leben, also nach Dir! Ich träume von mehr Leichtigkeit und Bewegung, ich möchte fliegen und tanzen, so viel unbeschwerter und freier als ich es je war.

Deshalb lautet mein Wunsch für das neue Jahr, wenigstens für eine gewisse Zeit nicht noch mehr loslassen zu müssen. Ich verspreche dafür auch, nicht mehr festhalten zu wollen. Vielleicht klingt das wie ein Widerspruch, aber ich bin mir sicher, dass Du weißt, was ich meine. 

Mit all meiner Liebe zu Dir,
Tania

 

Stille Momente

Gepostet von am Dez. 21, 2017 in Alle Beiträge, Ich mit mir | 4 Kommentare

Stille Momente

Es gibt gerade nicht viel zu lesen bei mir. Ich will leise sein, denn ich suche die Stille…

Meine Sehnsucht ist, zur Ruhe zu kommen und damit zu mir selbst. Es ist so viel zu verarbeiten und zu sortieren. Also steige ich ein Stück weit aus dem Trubel und dem Weihnachtsrummel aus und ziehe mich zurück.

Ich lasse nachklingen, was war, mit all dem, was die Gedanken an die letzten Monate auslösen, und versuche zu erspüren, was gerade ist, in all der Verwirrung, die in mir quirlt, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was ansteht. Wohin ich meine nächsten Schritte setzen soll, wohin der Weg wohl weitergeht. 

So vieles schwirrt in mir herum, so vieles drängt nach vorn, so vieles will gehört und gesehen und gespürt werden. Es gilt, all das zunächst einfach nur auszuhalten und zuzulassen, denn all das bin ich. Je lauter es in mir wird, desto mehr suche ich die Ruhe, auf dass sie mich umarmt und mir die Sicherheit schenkt, durch die ich mich ihr anvertrauen kann. Sie ist es, die all das Toben und all die Wirren in mir auffangen kann. 

Achtsamkeit bedeutet in dieser Phase für mich Rückzug. Achtsamkeit sind jetzt stille Momente mit mir und für mich.

Das wahre Alter

Gepostet von am Dez. 6, 2017 in Achtsamkeit im Alltag, Alle Beiträge, Ich mit mir | 5 Kommentare

Das wahre Alter

Mit dem Alter ist das so eine Sache: Ich muss sagen, dass ich mich eigentlich nie so alt gefühlt habe, wie ich war. Lange erschien es mir, dass ich vom Gefühl her so irgendwie bei Anfang / Mitte 20 stehen geblieben bin. Doch das hat sich geändert und langsam nähere ich mich vom Grundgefühl her meinem tatsächlichen Alter an. Und das ist etwas Gutes, denke ich. 

Gut, weil darin die Entwicklung der letzten Jahre deutlich wird und eine gewisse Reife, die daraus erwachsen ist. Ich spüre auch eine bisher noch neue Gelassenheit in Bezug auf viele Dinge im Leben. Und es fällt mir immer leichter, zu mir zu stehen und Grenzen zu setzen und tatsächlich auch genießen zu können, wie ich bin.

Gleichzeitig bringt mich dieses Gefühl für mein eben doch nicht mehr ganz so jugendliches Alter auch dahin, bewusster wahrzunehmen, dass mein Leben enden wird. Und das in nicht mehr allzu langer Zeit (oder auch früher, wer weiß das schon…). 

Wie immer versuche ich aus Themen und Herausforderungen für mich herauszuarbeiten, wie ich dadurch mein Leben bewusster und intensiver führen kann. Gedanken an den Tod zu verdrängen, führt automatisch dazu, in diesem Bereich weniger zu fühlen und weniger an mich heranzulassen, also zum Gegenteil von Intensität. Gleichzeitig kann und will ich diesem Thema aber auch nicht allen Raum geben, den es vielleicht einnehmen möchte, denn es kann schon arg in die Tiefe ziehen und sehr dunkel werden drin.

Ich setze darauf, auch das zu surfen. Fühle ich mich zum Beispiel durch die alte Dame berührt, die ich in die Bahn einsteigen sehe, lasse ich das zu und frage mich, wie es wohl sein wird, auch so alt zu sein. Sehe ich den kleinen Jungen mit großen Augen am Karussell auf dem Weihnachtsmarkt stehen, komme ich in Kontakt mit dem kleinen Mädchen in mir, das genauso staunen mag.

Und das ist das eigentliche Wunder: Wir sind nie nur ein Alter, sondern in uns sind noch immer alle Altersstufen, die wir durchlebt haben. Ich kann also gleichzeitig alt sein und ganz jung. Ja, ich kann alle schon durchlebten Altersstufen in mir spüren: ich als ich sechs war, ich mit 18, ich in meinen 30igern und so weiter. Und ich kann mich sogar ein Stück vorausdenken, in das was kommen mag, und zumindest Wegmarken für mich setzen dafür, auch ein hohes Alter mit einem bewussten Ja zu leben.

Inmitten all dessen stehe ich dann, so wie ich heute bin – irgendwo zwischen Jung und Alt, mit vielen, vielen Jahren Leben, die hinter mir liegen und hoffentlich noch vielen vor mir. Und ich fühle ganz tief in mir, dass Zeit ein Geschenk ist. 

 

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