Das achtsame Porträt: Geschichten erzählen

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Das achtsame Porträt: Geschichten erzählen

Ich habe hier im Blog ja schon ein bisschen darüber berichtet, was ich mit achtsamen Porträts meine und wie ich zu ihnen komme. Ein Nebeneffekt bei dieser Art zu fotografieren und Bilder zu bearbeiten ist für mich der, dass ich auf diese Weise auch Geschichten erzählen kann. 

Ein Beispiel ist das Bild weiter unten, das entstand, als ich nach einer achtsamen Selbstporträt-Sitzung mit den Aufnahmen zu spielen begann. Ich kombinierte ein Foto von mir mit einem, das aus einem achtsamen Porträt-Shooting mit meinem Lebensgefährten entstand und verschmolz die beiden miteinander. Und für mich steckt ganz viel darin.

Dabei ist aber gar nicht wichtig, wie die Geschichte geht, die für MICH in diesem Bild steckt! Entscheidend ist vielmehr, ob das Foto bei IHNEN eine Geschichte, Gedanken oder Gefühle auslöst. Es geht für mich dabei nicht um die Bewertung, ob es ein „schönes“ Bild ist oder nicht und nicht mal darum, ob es gefällt. Für mich zählt vor allem, ob es in irgendeiner Weise berühren oder bewegen kann.

Ich denke, Bilder sollen etwas im Betrachter auslösen – das gilt für mich für die Fotografie wie auch für die Kunst. Das gelingt natürlich nicht immer, aber wenn Menschen beim Betrachten meiner Bilder etwas fühlen oder denken, dann ist für mich das Ziel meiner Arbeit erreicht, unabhängig davon, was es genau ist, das mein Bild ausgelöst hat.

Was immer an Wirkung, Ideen oder Gefühlen beim Betrachter entsteht, ist meiner Auffassung genau richtig in diesem Moment für diese Person. Deutungen und Interpretationen lasse ich gerne offen wie Türen, durch die man gehen kann, um zu schauen, was es dort zu staunen gibt. Achtsamkeit hat für mich mit Wahrnehmung zu tun und indem ich mich ganz bewusst auf ein Bild oder Kunstwerk einlasse und auf das, was ich dabei fühle, begegne ich mir selbst. Mit meiner Arbeit möchte ich solche Begegnungen ermöglichen. 

 

Das achtsame Porträt von Tania Konnerth

 

4 Kommentare

  1. Guten Morgen, liebe Tania,
    das Gefühl, das dieses Bild in mir ausgelöst hat:
    Es hat mich zutiefst berührt.
    Anders lässt es sich für mich nicht beschreiben.
    Beim 2. Mal anklicken ist mir der Daumen auf deinem Kehlkopf aufgefallen.
    Liebe Grüße und Danke !

    • Herzlichen Dank an Dich, Theresia,
      Tania

  2. Mir kam der Gedanke, dass dieses Bild vielleicht eine kleine Sequenz der Seelen darstellt.

    In den Augen zeigen sich für mich Erwartungen, Wünsche, Hoffnungen – auf den jeweils anderen projeziert, überlappend? Jeder für sich alleine, jeder für sich vielleicht sogar einsam. Ein Bild voller Gefühl – der Ausschnitt selbst wie ein Auge, und doch inszeniert – eine Abbildung.

    Zeigt sich nur das, was wir zeigen wollen?

    Eine Momentaufnahme, die mich und meine Gefühle in einer Partnerschaft spiegelt, Ängste vor Verletzung inklusive. Vielleicht gehe ich deshalb so systematisch analysierend vor, weil ich die damit verbundenen Bewegungen meiner eigenen Seele dabei besser dosiert anschauen, den zarten Seelenschmetterling vor Verletzung schützen kann?

    • Wow, wunderschöne Zeilen, Christiane!

      Ganz herzlich,
      Tania

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