Stichwort: Komfortzone

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Stichwort: Komfortzone

Gerade bin ich wieder zurück von einer meiner Reisen und was für eine Reise das war! Relativ unvorbereitet bin ich in eine regelrechte Wundertüte gesprungen, die mich vom ersten Moment an komplett aus meiner persönlichen Komfortzone geschleudert und immer wieder munter durchgeschüttelt hat. 

Ja, die Sache mit der Komfortzone… – dieser so trügerisch gemütliche und so scheinbar sichere Bereich, in dem wir uns liebend gerne aufhalten, weil dort alles vertraut und leicht wirkt. In unserem persönlichen Wohlfühlbereich ist alles überschaubar und es warten wenige Überraschungen auf uns. In ihm können wir uns der Illusion hingeben, alles im Griff und alles unter Kontrolle zu haben. Unsere Komfortzone lässt uns glauben, dass sie uns alles bietet, was uns glücklich und zufrieden macht.

Meine Erfahrung ist allerdings eine ganz andere. Komfortzonen haben nämlich eine entscheidende Eigenschaft, die den wenigsten von uns bewusst zu sein scheint: sie schrumpfen stetig.

Wenn wir uns ausschließlich innerhalb unseres Wohlfühlbereiches bewegen, dann zieht sich dieser langsam und stetig immer mehr zusammen. Oder anders formuliert: je mehr wir in unserem persönlichen Sicherheitsbereich verharren, desto mehr wird im Außen unbequem und zunehmend bedrohlich wirken. Das Nährende wird also immer weniger, während das Bedrohliche wächst.

Genau das wiederum führt dazu, dass wir uns mehr und mehr vor unbekannten Einflüssen zu schützen versuchen. Nicht wenige beginnen, die gedachte Linie des Wohlfühlbereiches immer vehementer zu verteidigen und regelrechte Mauern zu ziehen. Und damit wiederum wird es immer schwieriger, die Komfortzone auch mal zu verlassen und irgendwann bleibt nur noch ein sehr kleiner Bewegungsraum, in dem wir uns angstfrei bewegen können. 

Seitdem mir das klar geworden ist, achte ich darauf, mich nicht von dem vermeintlichen Sicherheitsgefühl, das ich in meinem persönlichen Wohlfühlbereich habe, einlullen und betäuben zu lassen. Komfortzonen können sehr leicht zu einem Gefängnis werden, denn ihre Wände kommen immer und immer näher. Deshalb suche ich inzwischen gezielt nach Türen, die ich weit öffnen kann (und nicht nur nach Fenstern, durch die ich die Welt draußen beobachten kann…). Und notfalls bin ich bereit, auch Wände und Mauern einzureißen, wenn es nötig ist, denn ich will mich frei bewegen können! 

Reisen ist natürlich nur eine von vielen Möglichkeiten, sich immer wieder ganz bewusst auf Unbekanntes einzulassen, um den eigenen Horizont zu erweitern und die Grenzen des Wohlfühlbereiches flexibel und dehnbar zu halten. Sich frische Projekte oder Herausforderungen zu suchen, etwas ganz Neues zu lernen oder auch gezielt andere Menschen kennen zu lernen, all das und vieles mehr bringt uns an die Grenzen unseres angenommenen Wohlfühlbereiches. Überschreiten wir diese, so erkennen wir oft, dass uns vieles gut tut, von dem wir es gar nicht ahnten, dass also unsere Komfortzone viel größer ist, als wir es annahmen! Und an den Sachen, die uns wirklich fordern, können wir wachsen, denn auch Unbequemes und ja, auch Angstauslösendes zu bewältigen, fühlt sich im Nachhinein oft großartig an, selbst dann, wenn wir für uns entscheiden, das nicht noch einmal erleben zu müssen.

1 Kommentar

  1. Hey Tania,
    Klasse Artikel! Hat Spaß gemacht ihn zu lesen.
    Ich finde es total gut immer an sich selber zu arbeiten und da ist natürlich der Begriff der wohlgekannten Komfortzone auch immer mit dabei. Mach weiter so!

    Liebe Grüße

    Tim

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