Das achtsame Porträt: Natürlich künstlich?!

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Das achtsame Porträt: Natürlich künstlich?!

Ich arbeite bei meinen achtsamen (Selbst-)Portraits gerne mit Utensilien wie Perücken, Hüten und Schminke. Manch einem mag das künstlich erscheinen, aber ich habe eine ganz andere Erfahrung gemacht. 

Verkleidet habe ich mich schon immer gerne und dachte, der Reiz dabei sei, in andere Rollen zu schlüpfen. Tatsächlich aber wird mir immer klarer, dass mir Verkleidungen ermöglichen, Teile in mir überhaupt erst einmal wahrzunehmen, die ich sonst eher verberge – vor mir und vor anderen.

Die meisten von uns tragen im alltäglichen Leben ganz ohne Verkleidung verschiedene Masken und das oft ohne sich darüber bewusst zu sein. So, wie wir ein bestimmtes „Foto-Gesicht“ haben, haben wir oft auch eine „Arbeitsmaske“, eine „Gesellschaftsmaske“ und andere mehr. Achtsame Fotografie heißt für mich, hinter diese Masken zu schauen, um das zu erspüren, was uns wirklich ausmacht – das sind verletzliche Teile, manchmal ängstliche und verträumte, manchmal auch wütende und wilde, in jedem Fall aber emotionale.

Das Spiel mit verschiedenen Requisiten schenkt mir persönlich die Möglichkeit, mich anders zu geben und anders zu sehen – nein Moment, gar nicht mal anders, sondern vielmehr lerne ich, MEHR von mir zu sehen. Und deshalb setze ich das auch in meinem Shootings mit anderen ein – jedes Requisit kann zu einer Tür führen, hinter der sich ein Teil verbirgt, der bisher noch unentdeckt war. Und es ist so spannend, die Türen behutsam zu öffnen.

Perücken, Hüte, Kleider, Schminke und dergleichen mehr ermutigen Verstecktes, Scheues, manchmal auch Verstörendes in mir, einen Schritt nach vorn zu machen. Und das meinte ich, als ich im letzten Beitrag von Selbsterkenntnis durch Selfies schrieb:  dass wir Ungeahntes an uns entdecken können, bisher Ungewürdigtes, oft Ungelebtes und manchmal auch Ungeheuerliches.

Zugegeben, es braucht ein bisschen Mut, sich auf dieses Abenteuer einzulassen, haben Sie ihn?

 

 

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2 Kommentare

  1. Liebe Tania,

    ja, ich habs eben ganz spontan gemacht –
    oh je. So müde sehe ich aus?
    Ich bin ganz bewegt, wie wenig ich mich selbst wahrnehme offenbar. Manchmal. Gar nicht merke, was mit mir ist.
    Habe ich jetzt etwa DEN Weg gefunden, um mich wahrhaftig zu sehen?
    Das wäre ja…unglaublich! Und so einfach!
    Ich danke Ihnen so sehr!

    Herzliche Grüße!
    Elke

    • Wow, das finde ich ja toll, dass Du es gleich ausprobiert hast und darüber berichtest!

      >> Habe ich jetzt etwa DEN Weg gefunden, um mich wahrhaftig zu sehen?

      Naja, vielleicht nicht DEN Weg, aber auf jeden Fall EINEN! 🙂

      Ganz herzlich,
      Tania

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