Juchhu, es tut weh

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Juchhu, es tut weh

Nein, keine Sorge, das ist kein Artikel über einschlägige SM-Techniken, die gerade so in sind, sondern es geht um die Freude, mir selbst wieder näher zu sein. In dieser Annäherung nehme ich den Schmerz darüber wahr, dass ich mich wieder einmal zu wenig um mich selbst gekümmert habe. Ich war wieder  vor allem auf das Außen ausgerichtet, auf die Erwartungen und Bedürfnisse anderer, auf deren Wünsche und Forderungen. Und darüber habe ich mich wieder ein großes Stück selbst verloren. 

In diesen Tagen nehme ich mir ganz bewusst Zeit für mich. Höre viel Musik, sitze einfach mit mir zusammen da und lasse zu, was ist. Zuerst hieß das, das taube Gefühl auszuhalten, das sich breit gemacht hatte. Aber in dieser Taubheit regte sich immer wieder etwas: mal hier ein Gefühlchen, mal da ein Empfindunglein. Und je mehr ich mich für mich für diese kleinen Regungen öffnete, desto mehr wagte sich zu zeigen und desto deutlicher wurde, was in mir ist: ein bekannter Schmerz über die Enttäuschung, mich wieder einmal allein gelassen zu haben. 

Und deshalb die Überschrift: es ist gut, dass es weh tut! Es ist gut, dass ich spüre, dass es schmerzt, wenn ich schlecht für mich sorge und nicht für mich da bin. Es ist gut, dass ich das inzwischen recht schnell merke und nicht erst Jahre um Jahre vergehen müssen, bis mir bewusst wird, dass ich eigentlich gar nicht da bin. Ja, und so ist der Schmerz, den ich gerade empfinde, tatsächlich ein Grund zur Freude. Er hat allein mit mir zu tun und er zeigt mir, dass ich mir wieder näher gekommen bin. Und inzwischen weiß ich, dass gleich neben dem Schmerz auch ganz viele andere Gefühle leben – die Freude, die Lust, die Begeisterung, die Traurigkeit, das Glück und viele, viele mehr – die ganze Palette nämlich, mit der ich wieder malen können will. 

2 Kommentare

  1. Liebe Tania, mit diesen deinen Worten drückst du sehr deutlich aus, was sich undeutlich und nebulös bei mir seit kurz nach Weihnachten abspielt. Ein Vorfall, der mich wachgerüttelt hat, und jetzt ist die Lawine am Rollen. DirLeere, der Funktionsmodus bekommen Risse, hier und da tauchte erst dumpfer Schmerz auf, dann fließend blitzen Gefühle hervor und verschwinden wieder. Noch sind mir die Gefühle zu groß, der Schmerz, der mich nach wie vor überwältigt, wen mir bewußt wird, was ich an Altem, Ungutem loslassen muss, die Freude, wenn ich merke, dass unter der Angst die Lebendigkeit lauert, die Trauer über Verlorenes, aber auch Gefühle der Stärke und des Ankommens – Ankommens bei mir selber. Es ist wohl ein lebenslanger Weg – eine Art Pilgerreise zu mir selbst.

    Manchmal gestehe ich mir Pausen zu, in denen ich mich in Lapidarem verlieren darf, denn ich finde mich sehr anstrengend, schwer auszuhalten. Wichtig ist aber, mich nicht aus den Augen zu verlieren, mir selbst vertrauter zu werden, so dass irgendwann das Fremdelns aufhört und ich mich ganz annehmen kann wie ich bin – mit allen dunklen und leuchtenden Seiten.

    Danke für deinen Impuls – der holt mich gerade da ab, wo ich in Ganzheit bin!

    • Liebe Christiane,

      herzlichen Dank für Deine Zeilen und Dir ganz viel Kraft fürs Bei-Dir-Bleiben!

      Alles Gute,
      Tania

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