Ich darf…

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Ich darf…

Ich schenke mir zwei Worte:

„Ich darf…“ 

Ich darf traurig sein. Ich darf verwirrt sein. Ich darf nein sagen. Ich darf Angst haben. Ich darf mich zurückziehen. Ich darf auch mal aufgeben. Ich darf loslassen. Ich darf leichter werden. Ich darf auch mal laut sein. Ich darf meinen eigenen Weg gehen. Ich darf träumen. Ich darf lachen, trotz allem. Ich darf schwarzmalen und buntsprühen. Ich darf für mich da sein. Ich darf auch mal ungehalten sein. Ich darf sagen, was ich denke. Ich darf auch mal doof sein und ich darf auch mal jemanden doof finden. Ich darf fühlen, was in mir ist. Ich darf auch mal unbequem sein. Ich darf Grenzen setzen. Ich darf mich zeigen. 

Ich darf sein. 

In mir gab (und gibt es noch immer) viele Verbotsschilder – Tu das nicht …, mach jenes nicht…, wage nur ja nicht …, komm‘ erst gar nicht auf die Idee … und so weiter und so fort. Es war bisher so vieles „Voll verboten“, dass ich mich eigentlich kaum bewegen konnte, ohne nicht gegen irgendetwas zu verstoßen oder falsch zu machen. 

Warum das so war? Wahrscheinlich weil ich auf diese Weise zu kontrollieren versuchte – einmal mich selbst, aber auch andere und vor allem wohl das Leben. Ich dachte, wenn ich alles richtig mache, also gegen kein Verbot verstoße, wird alles gut und so legte ich mir endlos viele Regeln und Gebote auf. Durch all die Verbote wurde ich vor allem eines: immer härter. Härter, aber leider nicht stark, denn ich entfernte mich immer mehr von mir selbst. Und unter Kontrolle hatte ich noch lange nichts. 

Heute stehe ich da und halte meine zwei neu gefundenen Worte „Ich darf“ hoch wie eine Fackel. Vielleicht ein bisschen trotzig, vor allem aber mit einem immer deutlicher werdenden Mitgefühl mit mir selbst sage ich mir: ich darf. Und ich spüre, dass ich in all der Verwirrung, die diese zwei Worte auslösen, weicher werde und lebendiger und auch stärker. Denn es wächst etwas in mir: eine Art Gewissheit, eine Portion Gelassenheit, ein neues Selbst-Vertrauen.

Ja, ich darf!

5 Kommentare

  1. Schöner Gedanke zum Start in den Tag 🙂

  2. Liebe Tania,
    beim Googeln nach einer „Schreibwerkstatt“ ist mir deine Homepage von früher eigefallen. Über die bin ich gestern auf deiner neuen Seite gelandet. Ich möchte dich wissen lassen: Wow – deine Seite gefällt mir sehr.

    Ich erl(i)ebe mich momentan sehr auf mich selbst zurückgeworfen und kann nur winzige Schritte machen. Meine Seele hat mich in die totale Hingabe geführt. Mein Verstand hätte es bevorzugt ein perfektes Bild nach Außen abzuliefern, doch mein Körper zeigt mir dass es gar nicht darum geht. Ich erkenne immer mehr, dass es eigentlich um NICHTS geht.

    So übe ich mich auch darin durch mein SoSein im Jetzt zu surfen.

    Die Raupe hat sich selbst in den Kokon gesponnen. Von da aus kann sie nicht wissen, wie sie sich als Schmetterling fühlen oder was sie als Schmetterling tun könnte. Sie muss es auch nicht wissen. Alles was sich ihr in ihrem Kokon zeigt, darf sie lernen mit den Augen der Liebe zu betrACHTEN.

    Vielen Dank für deine unterstützenden Texte – hier im Blog und auf deiner Homepage. Du hast eine wundervolle Gabe, die Zeit im Kokon in Worte zu kleiden.

    Herzliche Grüße von Regina

  3. Danke, Allie 😀

    Liebe Regina,

    ganz herzlichen Dank für Deine Zeilen. Das Bild mit dem Kokon finde ich sehr schön und das habe ich so auch noch nicht gesehen, dass die Raupe nicht wissen kann, was kommt… das ist ein tröstlicher Gedanke!

    Ganz herzlich,
    Tania

  4. Genau zum richtigen Zeitpunkt.

    Seit einer anstrengenden Einladung am Sonntag brüllt mal wieder mein Ego in Sachen Selbstverurteilung und ich liege mit mir im Kokon. Hätt ich doch …. hätt ich doch nicht…. warum immer noch …

    Jetzt werde ich mich mal gleich mit dem “ Ich darf … “ beschäftigen.

    Danke, liebe Tania für die Erlaubnis –
    und danke für die Erlaubnis an deinen Gedanken …..

    Viele Grüße !

    • Und danke Dir für Deine Zeilen, Theresia.

      Ganz herzlich,
      Tania

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