Wo bin ich?

In vielen Selbsthilfebüchern steht eine Frage im Vordergrund und sie lautet: „Was will ich?“ Die Idee dahinter ist die, dass wir nur wissen müssen, was wir wollen, damit wir entsprechende Ziele formulieren können und diese dann erreichen.

Genau diesen Weg bin ich auch gegangen. Dabei habe ich nur etwas ganz Wesentliches übersehen: dass ich gar nicht bei mir war. 

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Ich war oft so weit weg, dass ich mich selbst nicht spüren konnte. Nicht, was ich wollte, nicht, was ich brauchte, ja, manchmal nicht einmal, was ich nicht wollte. Trotzdem arbeitete ich immer wieder konzentriert und diszipliniert am Ausformulieren meiner Ziele und wählte dafür das, was mir gut und richtig und allgemein anerkannt erstrebenswert erschien. 

Viele dieser gesetzten Ziele erreichte ich, mal mit mehr, mal mit weniger Aufwand. Und so baute ich mir ein Leben, das von außen betrachtet, nicht besser hätte laufen können. Ich war sozusagen eine vorbildliche Streberin in Sachen Selbstmanagement, ein perfektes Beispiel dafür, wie man sein Leben aktiv gestalten kann. 

Die kleine, aber entscheidende Tatsache, dass ich viele meiner Ziele gleichsam ohne mich formuliert hatte, also ohne das zu beachten, was mich wirklich ausmacht (denn davon hatte ich mich erfolgreich abgetrennt), befriedigte mich das Erreichen dieser Ziele nicht. Ich konnte meine Erfolge kaum spüren, sie machten mich nie zufrieden. Also erhöhte ich meinen Ziele und verstärkte meine Anstrengungen, aber mehr vom Gleichen hilft selten etwas … 

Eine Änderung trat erst dann ein, als ich zu erkennen begann, wer ich wirklich bin. Wie viele andere Menschen tat auch ich das nicht aus freien Stücken, sondern aus der schlichten Lebensnotwendigkeit in schweren Zeiten. Ich weiß nicht, ob es mir möglich gewesen wäre, zu mir zu finden, wenn ich nicht in diese Krise gekommen wäre. 

Warum geschieht es nur so vielen von uns, dass wir uns so sehr von uns entfremden, dass wir gar nicht mehr sagen können, was wir wollen, weil wir es nicht fühlen können? Warum folgen wir dann lieber Anleitungen und Programmen, die uns zeigen, wie wir herausfinden, was wir wollen, statt uns erst einmal auf die Suche nach uns selbst zu machen? 

Zu sagen, was man will und was man sich wünscht , ist aus meiner heutigen Sicht nur möglich, wenn man wirklich bei sich ist. Wenn man Kontakt mit sich hat. Wenn man sich spürt. Wenn man weiß, was für einen ganz persönlich nährend und befriedigend ist. Wenn man also eine Ahnung davon hat, was man wirklich braucht.

Dafür aber muss man bereit sein, sich mit seiner Bedürftigkeit zu befassen, ein Thema, das für mich, wie für viele, sehr schwierig ist. Bedürftig zu sein ist für die meisten von uns gleichbedeutend mit Schwäche und wer will schon schwach sein? Unsere Bedürftigkeit macht uns außerdem verletzlich. Und es ist diese Verletzlichkeit, von der ich glaube, dass wir uns trauen müssen, sie zu spüren und zu leben. Denn da, wo wir verletzlich sind, steckt unser wahres Ich, da sind unsere echten Bedürfnisse, die, wenn wir sie befriedigen und leben können, auch echte Erfüllung bedeuten. 

Scheuen wir uns davor, uns wirklich mit unserem ureigensten Ich zu befassen, sind wir anfällig für alle möglichen Angebote, die uns so etwas Diffuses wie „Glück“, „Erfolg“ und „Zufriedenheit“ versprechen. Doch, egal wie viel wir kaufen, buchen, schaffen und schuften, wir bekommen nichts davon, wenn wir nicht wissen, was uns ganz persönlich glücklich macht, wie wir ganz persönlich Erfolg definieren und was wir ganz persönlich brauchen, um Zufriedenheit zu empfinden. Wir erfüllen dann entweder die Ziele anderer oder vorgefertigte Allerwelts-Ziele, die nur verlockend klingen, bis wir sie wirklich auf ihren Inhalt prüfen.

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Der erste Ansatz zur Selbstreflexion ist für mich inzwischen, mir diese Fragen zu stellen:

  • Wo bin ich?
  • Wo bin ich jetzt in diesem Moment?
  • Bin ich da?
  • Bin ich bei mir?
  • Kann ich mich spüren?
  • Wie geht es mir jetzt in diesem Moment?
  • Was fehlt mir gerade?
  • Was brauche ich?
  • Bin ich bereit, für mich da zu sein?
  • Was kann ich für mich tun? 

Diese Fragen bringen mich so viel näher an das, was mir wirklich gut tut, als all die schönen 1- und 5- und 10-Jahres-Zielpläne, die ich in meinem Leben schon ausgearbeitet habe. Die Antworten sind vielleicht oft unspektakulär, aber sie essentiell für mein Wohlbefinden und für mein Sein. 

33 Kommentare

  1. Guten Morgen liebe Tania,
    es ist so schön wie du das schreibst, diese Fragen stelle ich mir auch oft und vernachlässige auch mich damit, weil ich mich selber nicht spüre. Was mir auch geholfen hat war ein 5-Jahres Zielplan, wie du in beschreibst. Das tut wirklich gut deine Zeilen zu lesen. Vielen Dank für deine tolle Inspiration hier.
    Herzliche Grüße, Nele.

    • Lieben Dank, Nele!

      Herzlich,
      Tania

  2. liebe tanja,
    ich mag, was du sagst, weil ich mich in guter gesellschaft fühle. danke für deine wohltuende verbindung zu uns hier draußen. schade finde ich, dass dir ab und zu grammatische fehler in die texte rutschen. kann ich gut verstehen, passiert mit dem selbstgeschriebenen ganz schnell – mir auch. wenn du jemanden zum korrekturlesen brauchst, helfe ich dir gerne.
    viele liebe grüße schickt dir lotte

    • Liebe Lotte,

      dankeschön für Deine Rückmeldung.

      Das Thema Tippfehler begleitet mich schon solange ich Texte verfasse und ich habe inzwischen Frieden mit den kleinen Fehlerchen geschlossen, die mir da immer mal wieder passieren. Eine Korrektur all der Texte würde meinen kreativen Arbeitsfluss sehr verändern und da lebe ich dann lieber mit den Fehlern. Und ich erzähle immer wieder gerne die kleine Anekdote über mein allererstes Buch, das nach diversen Korrekturdurchläufen auch von Profis in der ersten Druckfassung gleich im Inhaltsverzeichnis einen fetten Tippfehler trug. 😉 Da wurde mir klar, dass man Tippfehler offenbar nie ganz ausmerzen kann.

      Ich bin aber dankbar für jeden Fehler, der mir gemeldet wird (am besten per Mail), dann korrigiere ich das natürlich sofort.

      Herzlich,
      Tania

      • Liebe Tania,
        schreibe lieber weiter so schöne Texte, als Dich mit grammatischen Korrekturen zu beschäftigen.
        Dieser Text faßt in Worte, was ich im Moment von mir so nicht hätte sagen können. – Aber genau das ist es, was vor jedem Ziel, vor jeder ToDo-Liste stehen sollte.

        Danke Seelenverwandte
        PS. in der Eile habe ich jetzt sicher einen Tippfeeler gemacht 😉

        • Dankeschön, Uwe,

          für Deine Zeilen und: mach ich! 😀

          Liebe Grüße,
          Tania

  3. Liebe Tania, ich mag die Tippfehler. sie sind doch nur menschlich und bringen mir Dich noch näher, als Du mit Deinen tollen Texten eh schon bist. Bin froh, dass ein Mensch ähnliche Gedanken hat, wie sie mir im Kopf rum schwirren und das dieser sie in Zeilen bringt.Alles gut! Ich weiss damit, ich bin nicht allein und so groß kann gar kein Tippfehler sein, der mir dieses Gefühl nehmen kann.Allen viel Kraft auf dem Weg zu sich selbst.
    Schönes Wochenende Susann
    P.S. Nochmal lesen – hat sich ein Tippfehler versteckt!?

    • Ganz lieben Dank, Susann.

      Herzlich,
      Tania

  4. Liebe Tanja,

    beim Lesen deines Textes habe ich mich sofort wieder erkannt. Auch ich gehöre zu den Fleißigen, Strebsamen und bin relativ erfolgreich bei dem, was ich tue und anfasse. Meine berufliche Zufriedenheit habe ich gefunden, als ich an dem Punkt einer geplanten Beförderung mit langfristig enormer finanzieller Verbesserung nach langem Nachdenken und In-mich-Hineinhorchen gepasst habe, weil ich deutlich spürte, dass diese allgemein als erstrebenswert und erfolgreich bewertete Verbesserung mich unzufriedener gemacht hätte. Mein Aufgabengebiet wäre enger und einseitiger geworden, doch ich liebe nun einmal die Vielseitigkeit. Mit dieser Entscheidung lebe ich nun schon seit vielen Jahren sehr gut und ausgesprochen zufrieden. Ein weiteres Angebot, was von mir Veränderungen an meiner Stundenanzahl und meinem Äußeren verlangt hätte, konnte ich dann ohne groß nachzudenken voller Überzeugung ablehnen und bin noch heute, etliche Jahre später, sehr glücklich mit meinen Entscheidungen.

    Das Privatleben gestaltet sich in dieser Beziehung durchaus schwieriger. Durch den äußeren Erfolg in vielen Lebensbereichen schätzen meine Mitmenschen mich überwiegend als sehr stark ein. In sachlichen Anforderungen sehe ich selten Probleme, sondern überwiegend Herausforderungen, die zu bewältigen sind.
    Emotional hingegen fühle ich mich sehr bedürftig. Emotionale Nähe ist eines der Hauptkriterien, nach dem ich meine Beziehungen, auch in Bezug auf Freundschaft, ausrichte. Hier sind Enttäuschungen und Verletzungen beinahe vorprogrammiert, denn letztendlich ist jeder ‚eine Insel‘ und mit sich allein.

    Hier hilft nur die Achtsamkeit und sich selbst das geben, was man braucht. Ja klar, vom Verstand her alles klar, klappt auch oft genug. Doch manchmal ist es einfach da, das traurige und einsame Geühl, einfach nur in den Arm zu wollen und für einen Augenblick loslassen zu können …

    Ich denke jedoch, das werden wir trotz aller Übung und Achtsamkeit niemals ganz ausschließen können, niemand ist letztendlich perfekt. Wir müssen allerdings nach einer Pause, einem Innehalten, die Kraft finden, wieder aufzustehen und weiter zu machen.

    In diesem Sinne wünsche ich uns allen, im richtigen Moment einen Halt, eine ‚Tankstelle‘, zu finden, um gestärkt weiter zu machen.

    Liebe Grüße
    Astrid

    • Herzlichen Dank, Astrid, für Deine Zeilen.

      Ein Gedanke zur der Insel … vielleicht sind wir genau in diesem „Jeder ist eine Insel“ doch alle verbunden, denn letztlich teilen wir genau diese Einsamkeit, die uns dann damit nicht allein sein lässt …

      Alles Gute,
      Tania

  5. Liebe Tanja,
    gerne möchte ich auf den Leserbrief von Lotte antworten. Für mich sind bei
    deinem Newsletter die Inhalte wichtig und weniger die Formalitäten. Als
    älterer Mensch schreibe ich auch so, wie ich es gelernt habe und nicht, wie es
    aktuell grammatikalisch perfekt ist. Es gibt Texte, die haben ganz viele
    Fehler und jeder kann sie lesen und verstehen. Lotte hat doch selbst einen
    sehr eigenwilligen Schreibstil. Bleib bei deinen Inhalten und deiner Schreibweise,
    dann ist alles in Ordnung.
    Viele Grtüße
    Wolfgang

    • Lieben Dank, Wolfgang!

      Herzlich,
      Tania

  6. Liebe Tania,
    ich kann nicht anders und muss meinen Senf zum Thema Tippfehler auch noch dazugeben. Gerade, weil auch ich eine Perfektionistin bin und 100% für mich nie genug sind. So sind es für mich die Tippfehler gewesen, an denen ich mich zuerst ausprobiert habe. Diese auszuhalten (ausserhalb des beruflichen Kontextes – natürlich ;-)), um mich von dem Perfektionismus zu verabschieden, der mich krank gemacht hat. Ein Tippfehler mindert nicht den Wert deiner Aussagen, die mich immer wieder sehr berühren und auch betroffen machen. Ich glaube, ich habe dir schon einmal geschrieben, dass auch ich zu denjenigen gehöre, die häufig das Gefühl hat, dass so vieles, was du berichtest, von mir selbst sein könnte. Seit zwei Wochen liege ich im Krankenhaus und bin gezwungen, viel Ruhe zu halten. Das Gute und Schöne daran ist, dass ich viel Zeit habe, mich mit Achtsamkeit und Achtsamkeitsmeditation zu beschäftigen. Dabei bin ich auf ein Zitat von Buddha gestossen, welches ich hier gerne mit dir und auch anderen Interessierten teilen möchte. Es ist in diesen Wochen für mich auf meiner Achtsamkeitsreise zu meinem Leitmotiv geworden. Ich bin neugierig darauf herauszufinden, wie ich künftig auf diese Weise lebe werden:
    „Das Geheimnis der körperlichen und geistigen Gesundheit liegt darin, nicht um die Vergangenheit zu trauern, sich nicht um die Zukunft zu sorgen oder Probleme vorauszuahnen, sondern weise und voller Ernst in der Gegenwart zu leben.“
    Herzlichst Andrea

    • Ganz herzlichen Dank, Andrea und gute Besserung für Dich!
      Tania

  7. Guten Abend Tania,
    muss doch mal schauen, was es bei Ihnen Neues gibt, und bleibe bei Ihren Portraits hängen 🙂

    Sind schon manche ihrer Gemälde fantastisch, so sind diese Selbstportrait einfach super.
    Mir ist aufgefallen, dass die Fotografierten ihren persönlichen Ausdruck nur dem Fotografen zeigen. Hat man keine Beziehung zum Fotografen, wirken die Bilder oft „leer“, ähnlich Modells.

    Jetzt würde mich natürlich interessieren ob Ihre Bilder von einem anderen Menschen oder von Ihnen selbst mit Fernauslöser gemacht wurden.

    Sie zeigen in den Bildern soviel Seele und Gefühl, wie ich schon bei manchen gemalten Bildern von Ihnen sah.

    Einfach super!

    Herzlich!

    Klaus

    • Wow, danke, Klaus für diese Rückmeldung. Ich freu mich sehr.

      Die Fotos von mir habe ich alle selbst gemacht. Sie sind Teil der Begegnung und Auseinandersetzung mit mir.

      Herzlich,
      Tania

  8. Liebe Tanja,

    das Wort Bedürftigkeit klingt erst einmal negativ. Armut, Not, Elend, Mangel, Knappheit……
    Ich verwende in meinen Coachings das Wort Bedürfnisse / needs oder einfach was brauche ich damit …..Auch hier wissen viele Menschen nicht – oder sie trauen sich nicht ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, bzw. über sie zu sprechen. Ein guter Anfang über sich und seine Bedürfnisse zu reflektieren findet sich bei Klaus Grawe Grundbedürfnisse (einfach mal googeln). Dabei auch den Körper bzw. Körperempfindungen achtsam mit einbeziehen: ein ziehen im Bauch, ein Kloß im Hals, ein Kribbeln im Rücken, verspannte Schultern – all das gibt Aufschluss über Gedanken und Gefühle, die einen in bestimmten
    Situationen begleiten und die auch auf Bedürfnisse aufmerksam machen können.

    Weiterhin viele interessante Zeiten wünscht dir
    Cornelia

    • Hallo Cornelia,

      vielen Dank für Deine Gedanken. Ich für mich weiß inzwischen, dass mich meine Bedürfnisse auch bedürftig machen können (genau mit eben den negativen Klang) und es war für mich eine Aufgabe und gleichzeitig Chance, mir Bedürftigkeit zu erlauben und sie neu zu besetzten – als etwas Menschliches und Normales.

      Herzlich,
      Tania

  9. Danke nochmals Tania, es ist so gut hier lesen zu können gibt mir Kraft, Mut,, und Zuversicht

    Gruß aus Hamburg

  10. Liebe Tania,

    ich habe gerade einige Passagen Deiner Texte gelesen und dabei das dringende Bedürfnis gespürt, Dir zu schreiben. Zur treffenden Beschreibung meiner Gefühle möchte ich nun folgendes loswerden:
    DANKE.

    Liebe Grüße

    Markus

    • Hallo Markus,

      schön, dass Du hierher gefunden hast und herzlichen Dank für Deine Zeilen – ich freu mich!

      Ein lieber Gruß zurück,
      Tania

  11. Liebe Tania,

    Du sprichst mir mit diesem Text gerade voll und ganz aus dem Herzen 🙂 Vielen lieben Dank dafür!! Marie

    • Das freut mich sehr, Marie.

      Ganz herzlich,
      Tania

  12. an alle die hier geschrieben haben ein großes DANKE und an Tania ganz besonders für diese gegeben Möglichkeit. Und einmal mehr danke ich meinem Pferd auf welche Wege es mich schickt.
    herzlichst Maria

    • Ganz herzlich zurück,
      Tania

  13. Danke schön,Frau Konnerth.Ich fühle ja schon soviel,und bin auch offen für alles,aber leider kann ich es nach außen nicht zeigen,weil meine Therapeutin zu mir gesagt hat(du bist erwachsen)du kannst nichts mehr nachholen,so lebe ich es in meiner Wohnung aus.Ich habe immer schon Tiere gehabt und fühle mich mit ihnen,am wohlsten.Denn Tiere sind ehrlich,treu,und geben sehr viel Liebe und Geborgenheit.

    • Liebe Frau Zander,

      herzlichen Dank für Ihre Zeilen. Ich kann an dieser Stelle nicht einschätzen, in welchem Zusammenhang Ihre Therapeutin das zu Ihnen gesagt hat und welchen Grund sie dafür hatte, aber ich glaube, dass es nie zu spät ist, sich für das Leben zu entscheiden. Vielleicht kann man tatsächlich nichts „nachholen“, aber ich für mich glaube fest daran, dass man sich jeden Moment neu für sich und für das Leben entscheiden kann.

      Alles Gute für Sie und Ihre Tiere,
      Tania Konnerth

  14. Dankeschön Frau Konnerth. Ich habe auch ein ganzes Leben meine Ziele verfolgt – aber leider mit dem Kopf und der Vorstellung, was ich machen muss, was andere erwarten von mir – wie ich auf andere wirke.
    Jetzt bin ich alt und habe Angst, dass ich mich nicht mehr wirklich finde. Ich habe so eine Sehnsucht nach mir selber. Danke für Ihre Offenheit.

    • Liebe Frau Haeuschkel,

      herzlichen Dank für Ihre berührenden Zeilen. Es klingt vielleicht abgedroschen, aber es ist nie zu spät, zu sich selbst zu kommen. Letztlich war das Ausrichten auf die Erwartungen anderer eben auch immer ein Teil von Ihnen und ich denke, der erste Schritt ist, genau das anzunehmen und zu umarmen.

      Ganz herzlich und alles Gute,
      Tania Konnerth

  15. Liebe Tania,

    ich bin durch Zufall auf Ihre Seite gestoßen. Auch ich befinde mich in dem gesellschaftlichen Hamsterrad allen zu gefallen und immer das zu tun was andere von mir erwarten. Ich habe vor kurzem festgestellt dass mich das nicht erfüllt und ich in eine Sinnkrise gestolpert bin. Nun stelle ich mir die Frage: Wer bin ich und wo will ich hin? Leider ist es sehr schwer Antworten zu finden um mein wahres Ich zu erfahren. Allerdings weiß ich dass ich bei mir sein muss um Ziele und Wege zu definieren. Leider fällt es mir momentan sehr schwer da meine Gedanken meist negativ sind und ein Spiel mit mir treiben. Ich kann diese Gedanken nicht zuordnen oder kanalisieren. Sie kreisen in meinem Kopf und rufen Panik und Angst hervor. Angst vor was? Ich hoffe ich kann aus dieser Krise die richtigen Schlüsse ziehen und zu meinem Ich finden. Der von Ihnen verfasste Text hilft mir dabei.

    Herzliche Grüße
    Peter

    • Hallo Peter,

      ich freu mich über Deine Zeilen und dass Du hierher gefunden hast. Tja, das mit dem Denken ist manchmal so eine Sache. So wichtig unser kluger Kopf oft ist, manchmal steht er uns auch ganz schön im Weg… Vielleicht ist das ein hilfreiches Bild: Setz Dich mal zusammen mit Deiner Angst aufs Sofa. Versuch sie nicht wegzumachen, sondern stell Dir vor, wie sie neben Dir sitzt, einfach so. Vielleicht kann so ein Gespräch entstehen oder Du wagst es, sie etwas mehr zu erfühlen, um sie besser zu verstehen.

      Alles Gute für Dich,
      Tania

  16. Hallo Tanja
    Ich habe gerade ein wenig in deinen Seiten gestöbert. Mich beschäftigt das Thema achtsamkeit schon eine ganze Weile. Dabei bin ich irgendwann auf John Kabbat Zinn gestoßen. Wie hilfreich oder sinnvoll
    ist nach deiner Erfahrung.Meditation im Zusammenhang mit Achtsamkeit und auf dem Weg zu sich selbst?
    Ich bin seit ewigen Zeiten in Therapie und habe das Gefühl, ich laufe mir selbst Hinterher.
    Ich habe von allem mehr als genug und trotzdem fehlt es an allen Ecken und Enden.
    Ich fragee mich oft wie ich dieses Loch in meiner Seele füllen kann.
    Ich binn gespannt au deine Antwort.
    LG Heinz

    • Hallo Heinz,

      schön, dass Du hergefunden hast, herzlich willkommen.

      Du stellst da eine große Frage. Tatsächlich wollte ich schon mal was darüber schreiben, aber noch scheue ich mich ein bisschen, denn mein Weg ist ja nur mein Weg, andere können das vollkommen anders sehen.

      Ich ganz persönlich habe bisher keinen Zugang zur Meditation gefunden (aber viele Menschen profitieren offenbar sehr davon). Ich denke aber, man muss zwischen der Meditation, wie sie in den Ländern, wo wie ihre spirituellen Wurzeln hat, gelebt wird und der, wie sie sehr häufig im Westen angewandt wird, unterscheiden. Bei uns wird Meditation oft als Methode und Lösung für vieles angeboten und das ist genau der Ansatz, der für mich mit Achtsamkeit nicht viel zu tun hat. Aber, wie gesagt, das ist allein meine Sichtweise dazu.

      „… habe das Gefühl, ich laufe mir selbst Hinterher“ – das ist ein sehr starkes Bild, kannst Du es auch fühlen?

      Ich denke, das Loch, das Du beschreibst, kennen ganz, ganz viele Menschen und ich glaube, es lässt sich nicht von außen füllen. Was wäre, wenn dieses „Loch“ der Raum oder besser noch DEIN RAUM ist, der von Dir gefüllt werden will? Von Deinem Sein, davon, wer und wie Du bist, was Du fühlst und empfindest?

      Ganz herzlich,
      Tania

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