Das magische Wort „genug“

Gepostet von am Jun 7, 2017 | 4 Kommentare

Das magische Wort „genug“

Wir leben in einer Welt, in der uns ständig vermittelt wird, dass wir nie das Richtige haben oder können, sondern dass genau die eine Sache oder die bestimmte Fähigkeit fehlt, um endlich glücklich zu werden. Werbebotschaften sind dabei genauso laut, aufdringlich und vehement wie gute Ratschläge oder die unzähligen „Tipps“, die wir zu allem Möglichen bekommen. Sie tönen nicht nur davon, WAS wir brauchen, sondern vor allem auch, dass wir immer MEHR von allem brauchen – mehr Dinge, mehr Geld, mehr Ziele, mehr Erfolg, mehr Zufriedenheit und so weiter und so fort. In all dem hilft mir ein magisches Wörtchen und das lautet: Genug!

In dem ständigen Überangebot an Reizen und Möglichkeiten ist es oft gar nicht so einfach, die wirklich eigenen Bedürfnisse überhaupt wahrzunehmen und so lassen wir uns oft von all den Angeboten treiben. Die überbieten sich ständig selbst, so dass wir bestellen und kaufen und buchen und hoffen, irgendwann satt zu werden. Doch, solange wir nicht wirklich das finden, das gut für uns ist, werden wir immer hungriger. Dabei haben wir doch alle meist mehr als genug, wenn nicht gar zu viel…

Achtsamkeit schenkt mir die Möglichkeit zu erspüren, was wirklich wichtig für mich ist, was ich wirklich brauche und was mir wirklich gut tut. Natürlich nehme auch ich all die lockenden Angebote wahr, aber wenn ich bei mir bleibe, weiß ich sehr genau, ob ich wirklich gerade einen Schokoriegel, eine neue Tasche oder den 10. Ratgeber für mehr Selbstbewusstsein brauche oder einen elektronischen Selbstoptimierer, eine höhere Position in der Firma, mehr Wertpapiere oder einen weiteren Kurs, um in irgendwas noch besser zu werden – oder… oder… oder…

Ganz oft brauche ich nämlich tatsächlich nichts von all dem, was mir so unwiderstehlich bunt und glitzernd und als heilbringend und unentbehrlich dargeboten wird – nicht noch mehr Sachen, nicht noch mehr zu essen, nicht noch mehr zu tun, nicht noch mehr zu lesen oder anzuschauen, nicht noch mehr zu unternehmen. Ganz oft brauche ich kein Mehr, denn ich habe schon mehr als genug. Im Gegenteil: ganz oft brauche ich weniger. 

Das Gefühl, genug zu haben, ist ein sehr mächtiges, denn es schenkt uns Klarheit. Wer genug hat, kann Angebote problemlos ablehnen und kann sagen: „Nein, danke.“ oder auch „Bis hierhin und nicht weiter.“ Und das gut unendlich gut!

4 Kommentare

  1. Liebe Tania,
    genausoooo ist es !
    Den Gedanken habe ich auch oft und bin auch schon viel bewußter geworden.
    Die Prospekte werden fast alle gleich weggeworfen, jedoch 2 oder 3 schaue ich mir dann doch an und entdecke Sachen, von denen ich gar nicht wüßte, dass es die gibt. Des öfteren jedoch lass ich mich dann doch verleiten, sie mir anzuschaffen.
    Jetzt im reiferen Alter ist eines meiner anstehenden echten Probleme: Wer räumt das alles auf/aus, wenn ich nicht mehr da bin – bzw. wo soll das alles hin ???
    Ich kenne grad niemand in meinem Umkreis, der nicht auch schon übermäßig bestückt ist mit allem Kram.
    Natürlich beschränkt sich das ja nicht nur auf Prospekte, sondern auf
    das, was du oben alles erwähnt hast.
    Hab grad überlegt, ob obiges Bild ein Hinweis auf ein neues Buch von dir ist?

    Ja, da gibt es also noch viel zu erkennen und loszulassen. Lasst uns fröhlich weiterüben.

    Hab z.B.grad die Zeitschrift „ENGEL“ entdeckt und mich in sie verliebt. Ich genieße sie grad in vollen Zügen. Ja, und da hab ich dich auch drin entdeckt. Ist für mich das schönste Magazin, das mir je in die Hände gefallen ist.
    Danke für alle deine Inspirationen.
    Viele Grüße Theresia

    • Liebe Theresia,

      herzlichen Dank für Deinen Kommentar, ich free mich sehr! Nein, ein Buch zu dem Thema ist im Moment noch nicht in Arbeit, aber die Idee finde ich reizvoll! Das lasse ich mir mal durch den Kopf gehen.

      Und das mit der Zeitschrift ist interessant; ich weiß gar nichts davon. Wurde da ein Buch von mir besprochen?

      Herzlich,
      Tania

      • Hallo liebe Tania,
        „zufällig“ hab ich nochmal reingeschaut.

        Also in der neuesten Ausgabe vom Engelmagazin Juli/August ist auf Seite 10 ein Gedicht von dir:
        In der Dunkelheit die Chancen sehen
        Die Gewissheit, dass uns auch in dunkelster Nacht wenigstens kleine Lichter bleiben, dass es also nie ganz lichtlos ist.
        Hilft dabei, der Finsternis etwas entgegenzusetzen und in unserer Tiefe zu strahlen.
        Darunter ist ein kleines Bildchen von dir, eine ganz kurze Beschreibung über deine Werke und deine w.. Mailadresse.

        Eine ganze Seite hast du gekriegt, mit einem wunderschönen Bild im Hintergrund!

        Liebe Grüße und ein wunderschönes Wochenende.
        Theresia

        • Ah, vielen Dank!

          Herzlich,
          Tania

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